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Classic Movie Review: Chasing Amy

This one’s from the heart

Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Lebensabschnitten. Diese Abschnitte bestehen aus Schule oder Arbeit, aus Krankheit oder Leiden – oder aus Beziehungen. Wie lernten wir doch von Bruce Willis in „Last Boy Scout“, Liebe ist eine Krankheit wie Krebs. Tatsache?

Kevin Smiths „Chasing Amy“ von 1997 ist ein Werk, welches Smith selbst sehr am Herzen lag. Er verarbeitete mit diesem Film seine in die Brüche gegangene Beziehung zur Schauspielerin Joey Lauren Adams, welche, um dem ganzen noch mehr Würze zu verleihen, gleich noch die weibliche Hauptrolle übernahm.

Inhalt:
Holden (Ben Affleck) und Banky (Jason Lee) sind relativ erfolgreiche Comiczeichner und seit Jahren beste Freunde. Während einer SciFi-Convention treffen sie auf die hübsche Alyssa (Joey Lauren Adams). Wie es so kommt, verliebt sich Holden direkt in die Dame. Es gibt jedoch ein Problem. Alyssa ist vergeben – und dazu noch lesbisch…

Ich durfte knapp Alkohol trinken, war etwa 18 Jahre alt und erwartete eine Komödie im Stile von „Mallrats“ oder „Dogma“. Denkste. Ich verstand diesen Film damals nicht die Bohne, verstand weder die Sanftheit dieser Geschichte, noch den Realismus, welcher einem im späteren Leben blüht. Es dauerte Jahre…

„Chasing Amy“ scheisst dir so richtig ins Herz und die Tränen wollen freiwillig aus deinen Augenhöhlen springen. Der Film bringt Punkte und Fragen hervor, welche in unserem langweiligen 08/15-Leben ebenso hochkommen können. Der beste Freund ist eifersüchtig auf die neue Freundin. Man hat eine beste Freundin, will jedoch mehr von dieser Dame, diese jedoch kann oder will nicht. Die sexuelle Vergangenheit der Partnerin stresst dich. Oder das eigene Ego steht dir im Weg. Irgendwie sehr aus dem Leben gegriffen, oder?

Die Schlüsselszene kommt für mich gegen Ende des Films. In einem Diner trifft Holden auf Silent Bob und Jay. Schnell kommt Holden mit dem wie immer primitiv-quasselnden Jay auf Alyssa zu sprechen. Und dann passiert es, die Hölle friert zu – und Silent Bob beginnt zu reden, spricht mit ruhiger Stimme zu Holden, erzählt ihm von seiner Amy, eine äusserst ähnliche Story wie sie Holden soeben erlebt hat und das Bereuen, welches seit damals in Bob steckt, diese tolle Dame verloren zu haben wegen eines sinnlosen Brainfucks. Was für eine ergreifende Szene. Silent Bob spricht die absolut echten Gedanken seines Schöpfers Kevin Smith – die Figur und das echte Leben verschmelzen für einige Sekunden und werden eins. Einfach grossartig.

Fazit: Wer auch nur ein paar Gefühle in sich trägt, muss „Chasing Amy“ in seiner Lebenszeit gesehen haben. Nichts für den lockeren Bierabend mit Freunden.

Buch geschlossen.

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Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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