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Vanishing Point

Unsere Gesellschaft mutierte in den vergangenen Jahrzehnten zu einem verweichlichten Babyhaufen. Insbesondere das männliche Geschlecht muss anerkennen, dass der Stärkegraben zu dem angeblich schwächeren Geschlecht stetig kleiner geworden ist. Wir Männer parfümieren uns mit Armani und Hugo Boss, wir pflegen unsere Haut mit Cremes, wir Schniegeln unsere Haare mit Haargel, ziehen Markenkleidung an, bügeln unsere Hemden, wir versuchen etwas darzustellen und modisch zu glänzen. Und dazu fahren wir Autos, welche mehr kleinen Elektrowägelchen gleichen als dem, was ursprünglich mal als richtiges Männerauto gedacht war. Schöne neue Welt…

Inhalt:
Um eine Wette zu gewinnen, muss der Autoüberführer Kowalski (Barry Newman) mit seinem weissen Dodge Challenger innert 15 Stunden die Strecke von Denver nach San Francisco zurücklegen. Dies versucht er mittels Amphetaminen und Bleifuss zu schaffen. Jedoch schon nach kurzer Zeit findet Kowalski in der Rolle des Gejagten wieder, denn die Polizei findet an Kowalskis Fahrstil überhaupt keine Freude.

„Vanishing Point“ (dt. Titel „Fluchtpunkt San Francisco“) gehört zu den grossen Klassikern des Actionkinos. Gedreht 1971 kann der Film auch heute noch immer überzeugen mit einer straighten Story und grossartigen Actionszenen, welche den Dodge Challenger richtiggehend glorifizieren.

Barry Newman in der Rolle des ziemlich stillen und coolen Kowalski ist einfach nur passend. Der Rest des Casts ist stellenweise ziemlich am overacten, vorallem Cleavon Little, der hier den blinden Radio DJ Super Soul mimte. Dies hat beim Schauen jedoch nicht gestört und passte eher zu diesem frühen 70er-Werk.

Drogen werden jedoch nicht verharmlost. Da packt sich Kowalski mal eine handvoll unbekannter Pillen ein, welche ihm die Fahrt ein wenig erleichtern sollen. Gras, MDMA, volles Programm. Dazu noch einige Hippies und eine nackte blonde Hippie-Braut. Ja, „Vanishing Point“ fährt wirklich alle Geschütze auf.

Das Filmende bezeichne ich gerne als kontrovers und wirft einige Fragen auf. Können wir Menschen nur durch den Tod wirklich frei sein? Gibts es vor dem System (Staat) einfach kein Entrinnen?

Fazit: Jetzt verstehe ich, weshalb Tarantino in „Death Proof“ immer wieder auf „Vanishing Point“ anspielte. Richtig cooles Männerkino.

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Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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