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die eidg. gesundheitspolizei bittet um ihre mithilfe

Die Bürolistenstuhlfurzer und Krankbeter vom Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) wollen jetzt also wissen, was ich das liebe lange Jahr lang so zu mir nehme und ob ich dabei zunehme. Um mir dann aufgrund von repräsentativen Daten den Spass am Leben mit Fingerzeigen, Drohfingern, Deklarationsaufdrucken und Verboten noch gänzlich zu verleiden.

Diese Studie soll 2 Millionen Franken kosten, wäre aber wohl noch teurer, wenn sie nicht irgend ein Studienfreund irgend eines Direktors beim BAG durchführen würde.

Damit du, allerwertestes BAG, dir diese Millionen sparen kannst, hier die Liste von dem, was ich als Durschnittsmensch die letzten zwei, drei Tage verdrückt habe. Von vorne – also von jetzt an – nach hinten war das:

Grad jetzt zum Zvieri ein paar Wienerli (vom Metzger Nüssler) mit drei kleinen Tomaten und fünf Radieschen, zwei Laugenbrötchen, dazu ein 0,5 l Fläschchen Franziskaner hell (Oktoberfestbier 2013). Wahrscheinlich werden es zwei oder drei, denn demnächst folgen am Fernsehen die Resultate der sog. Deutschen Wahlen. Was es zum Znacht gibt? Noch keine Ahnung, der Kühlschrank ist relativ leer.

Heute morgen waren es ein Buttergipfel (ohne Butter und alles), eine grosse Kanne Tee (Darjeeling First Flush), gesüsst mit Kristallzucker, sowie ein Glas Milch. Danach musste ich schiffen und ass noch zwei Zwetschgen, weil Saison.

Gestern: Da gab es Bratkartoffeln mit Speck, Frühlingszwiebeln, Petersilie und drei Spiegeleier. Dazu zwei Knirspli „Quöllfrisch“ und danach einen Coretto Grappa (gesüsst). Zum Zvieri ein Milchkaffee und zwei dieser kleinen Teneriffa-Bananen, zum Zmittag nichts, zwei Stunden vor dem Nichts ein griechisches Yoghurt und Tee zum Zmorge.

Dazwischen übrigens immer ein paar Parisiennes gelb, die mit den grossen Buchstaben auf der Packung, weil grad Promotion. Ich erwähne das der Vollständigkeit halber. Meine Erhebung soll ja seriös erhoben werden.

Am Freitagabend war es dann etwas happiger, weil mit einer schönen Frau in einer 14-Punkte-Kaschemme: Ein Campari Soda, drei Dezi Federweisser vom Schmid, Kartoffelsuppe mit Milken und Parmesansplittern, Reh-Carée (bayerischer Herkunft), Rotkraut, Rosenkohl, Spätzli, dazu eine halbe Flasche Blauburgunder vom „Schipfgut“ sowie reichlich Hahnenwasser. Espresso und Grappa (2) statt Dessert sowie zwei Parisiennes. Danach ein Verdauungsspaziergang zum Taxi, das vor der Beiz wartete.

Was ich am Freitag tagsüber gegessen habe, hat mein Hirn aus obengenannten Gründen vergessen.

Zur Abrundung des Fragebogens vielleicht noch dies: Ich bin 1,88 m gross, wiege seit Jahren 76 Kilo und treibe keinerlei ungesunden Sport, ausser 15 Meter unter Wasser oder 15 Meter hinters Green von Loch 4.

So, liebes BAG, jetzt weißt du fast alles, und es hat keinen Rappen Steuergeld gekostet. Also spar dir künftig deine völlig bescheuerten Studien und frag einfach mich.

(Abb.: NZZ am Sonntag vom 22.9.2013.)

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Autor: Reinhold Weber

Reklamiker und Texter aus und in Züri, nachdem er gefühlte 20-mal umgezogen ist, u.a. nach Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Wien.

Reduzierte den Smart to the max, machte Media-Markt weniger blöd und blieb beim Tages-Anzeiger dran. Ist Namensgeber und Mitgründer von Blue Balls Music, die das „Blue Balls Festival“ in Luzern veranstaltet.

Verbringt seine Tage völlig unkorrekt und ausgegrenzt als partei- und konfessionsloser, heterosexueller Raucher/Fleischfresser/Nichtjogger/Oekosparlampenhasser. Spielt auf seiner alten Fender Stratocaster zu allem Übel auch noch am liebsten Negermusik.

Mag Texaner wie Billy Gibbons und Kinky Friedman. Ob die allerdings ihn mögen, ist glücklicherweise unbekannt.

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zu alt für Homosexualität.

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