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Im Namen des Blatters, des Tores und des sportlichen Geistes. Amen.

OLEEEEEOLEOLEOLEEEEEEEE!

Es ist WM. Nur, falls Sie das noch nicht bemerkt haben.

Nun wissen wir ja alle, dass ebendiese WM von einer sogenannten FIFA, der Fédération Internationale de Football Association, ausgerichtet wird. Ich fand ja schon immer den Namen unbegreiflich. Entweder bist du eine Föderation oder du bist ein Verband. Aber dafür gibt’s bestimmt eine Erklärung, die mir einfach zu langweilig ist, sie mir anzuhören.

Nun gut. Der OberFIFAner ist ein winziger Wallisser namens Joseph Blatter, kurz Sepp. Ich fände ja Seppli fast noch besser, weil das nämlich erstens seiner Körpergrösse entspräche und zweitens ein Omen dafür wäre, was für ein fucking Chaschperlitheater der Alte aus dem wunderbaren Spiel Fussball macht.

Ich verstehe von Fussball wenig und ja, ich bin eine derjenigen, die nur EM und WM schaut – vielleicht noch den einen oder anderen Final von irgendeinem Cup. Finde ich lässig. Ich mag die Stimmung, den Jubel, das Feiern.

Was ich nicht mag, ist dass ein Anlass wie die WM ein ganzes Land in die Krise stürzt. Und das macht nicht der Fussball, sondern Seppli Blatters Association de la Chanson Fédéral de Schiessmichtot-Fondation. Nicht mal die Brasilianer wollen die WM – und die Brasilianer lieben Fussball, nein, sie LEBEN Fussball.

Und so kommt einem – oder zumindest mir – doch der Vergleich mit der Religion, respektive der Kirche in den Sinn. Fussball ist die Religion, FIFA die Kirche, die Institution. Weil die Institution die ganze Macht, respektive Kohle hat, darf sie machen, was sie will. Zum Boykott ist sie viel zu alteingesessen und zu mächtig. Man kann nicht Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschen auffordern, „halt einfach nicht mehr WM zu schauen“, genausowenig, wie man Milliarden von Menschen auffordern kann „halt einfach nicht mehr gläubig zu sein“.

Vor allem kann man die FIFA nicht mal recht angreifen (ausser, sie ist so fahrlässig, ein Land wie Katar als Austragungsort für die WM 2022 zu bestimmen und zu denken, das mache keinen misstrausch): Sie ist per definitionem eine Non-Profit-Organisation. Mit einem kleinen finanziellen Polster von einer Milliarde Dollar. Das ist eine eins mit neun fucking Nullen. John Oliver, seines Zeichens Host einer sehr unterhaltsamen Late Night Show bei HBO, sagte dazu passend: „Wenn man ein finanzielles Polster hat, das so gross ist, dass man darin nach Cartoon-Enten suchen muss (Dagobert Duck), dann ist man irgendwie nicht mehr wirklich eine Nonprofit-Organisation“.

Ich persönlich hoffe, dass durch die Katar-Sache nun einige Steine ins Rollen kommen – Hoffnung besteht aber keine allzu grosse. Bis dahin strecke ich dem FIFA-Hauptsitz jeweils die Zunge raus, wenn ich dran vorbeifahre.

Der ist übrigens oben beim Zoo, hier in Zürich. Da haben wohl die schleimigen Aale ganz von allein zu ihresgleichen gefunden.

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Yonni Meyer

Autor: Yonni Meyer

Yonni Meyer (*1982) wuchs dort auf, wo’s mehr Kühe als Menschen gibt. Und das war gut so. Kantonsschule in der Nordschweizer Provinz (Hopp Schafuuse). Studium im Welschland (Sprachen und Psychologie). Umzug an die Zürcher Langstrasse 2011. Seither konstant kulturgeschockt. Ende Juli 2013 Geburt des Facebook-Blogs „Pony M.“
September 2013 Einstieg bei KULT. Ab 2014 Aufbruch in die freelancerische Text-Landschaft der Schweiz. Meyer mag Blues. Meyer mag Kalifornien. Meyer mag Igel. Meyer mag Menschen. Manchmal.

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Dieses Jahr ist Fussball-WM schauen etwa so wie Pelztragen