in

Komfortabel im Stillstand

Ich liebe meine Komfortzone. Zutiefst. Ich liebe meine kleine Wohnung, gemütlich eingerichtet, meine Bücher, mein Macbook, meine Serien, meinen Kaffee und die Kaffeetassen, die Chicoreejogginghose, Lily’s Homedelivery.
Ich fühle mich behaglich, wohl, wenig Stress, kaum Adrenalin. Nur ich und meine Komfortzone.
Je mehr ich sie zu schätzen weiss, desto öfter weigere ich mich, sie zu verlassen. Mit Sicherheit ist dieses Phänomen verbreitet, du kennst das sicher, aber ab einem gewissen Punkt, ab einer Grenze ist dieses Verhalten echt ungesund.
In dieser überaufgeklärten Gesellschaft ist ja klar, alles ist ungesund, oder nichts, aufs Mass kommts an – so auch im Komfortzonenfall.
Ist das Mass an Komfort/ Gewohnheit/ Alleinsein überschritten, dann tritt dir doch bitte in den Hintern!
Denn sonst fällst du tief, aber langsam, du sinkst, gemächlich, kaum merkbar in die trost- und leblose Welt des niemals endenden Komforts. Ich schreibe mit Erfahrung eines Selbstversuches.
Je tiefer, desto steiler der Weg zurück zum leben, erleben, desto häufiger die Sackgassen und Stolpersteine und verlockender der Weg in warme verführerische Komfortarme.
Ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen, gegen einen komfortablen Freitagabend mit Ben und Jerry und fliegender Pizza würde ich als letzte etwas sagen. Doch das Leben lebt meist in den Momenten auf, wenn das Hirn denkt “Nein, mann, Kuscheldecke und Big Bang Theory, Lust hast du doch eh keine, wieso nochmal raus in die Kälte, es kommt bestimmt regnen und die eine in der Gruppe mag mich eh nicht und sowieso” und du dann jedoch trotzdem deinen Arsch bewegst.
Jetzt. Geh. Tu es.
Tu es.
Verpiss dich aus der Komfortzone. Niemand behauptet dass es dann automatisch super wird, aber anders. Denn deine Zone ist dir wohlgekannt, sowie die kleinen wenn-ich-allein-bin-Gewohnheiten, doch auch wenn es nicht gleich THE time oft your life ist, ist es time of your life. Noch nie habe ich es ernsthaft bereut, zuause in meiner Zone geblieben zu sein. Doch schon oft war ich heilfroh und überglücklich, wenn ich sie trotzdem verlassen hatte.
Draussen passieren Dinge. Mit oder ohne dich. Verpassen tust du nie was. Aber sie zu erleben ist leben. Irgendwann in der Zukunft interessiert keine Sau, wie gemütlich deine Komfortzone war. Am allerwenigsten dich selbst.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Autor: Angela Kuhn

Angela Kuhn (*1994). Im Herzen Stadtzürcherin. Auf dem Papier aus Winterthur. Ein wenig noch aus Sizilien. Und ein wenig aus der Rioja. 19 Jahre alt und erfahren, in den Augen der Geschwister. 19 Jahre jung und ahnungslos, in den Augen der Welt. Schreibt immer mehr, aber noch zu wenig. Spricht immer weniger, aber noch zu viel. Weiss nicht mehr woher, weiss noch nicht wohin. Fragt sich, wie die Welt hinter Schulbüchern aussieht - vielleicht glitzert sie. Mag alles Glitzernde. Und Kaffee. Ist ein Sommermensch. Und Ästhetin. An Weihnachten Christkind. Singt ein wenig. Spielt Gitarre. Und Schlagzeug. Und Uno. Nichts davon wirklich schlecht, nichts davon wirklich gut. Nicht religiös, weil noch keine für sie glaubhafte Religion erfunden worden ist. Bleibt Weltoffen. Setzt auf die Zukunft.

Facebook Profil

Der Schwerkraft den Finger gezeigt: Die mit mächtig viel Schuss reingesegelte Top5 der schönsten Pics im Netz auf denen ein fliegender Bär zu sehen ist.

Reklame, die wir gerne öfter sähen, heute: für das Hanseatische Wein & Sekt Kontor.