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Das sind sie jetzt also

Das ist sie jetzt also. Die blaue Ente. Das legendäre ehemalige Yuppie-Lokal mit der Sulzer-Maschine in der Mitte, die ich damals als Winterthurer nur schon deshalb gerne frequentiert hatte, weil das Ding da in der Mitte des Restaurants «wir» gebaut haben. Dann wurde der Industrie-chic irgendwann Mainstream und drum uncool und die Ente hats mitgeschwemmt. Bis es vor ein paar Monaten mein Freund Nic Maeder mit seinen Leuten übernommen hat, um sie wieder in erfolgreicheres Gewässer umzusiedeln. Er hat mich auf die Idee gebracht, zum ersten Mal in der siebzehnjährigen Geschichte von KULT überhaupt ein Weihnachtsessen zu machen, und wenn wir schon eins machen, dann doch am besten grad bei ihm, damit wir sehen, dass die Blaue Ente wieder eine der richtig guten Adressen ist in der Stadt. Und einen Menuevorschlag hatte er auch schon. den da:

Vorspeise: Trockenfleisch/Wurst frisch auf der Berkel aufgeschnitten, Warme Ziege (Ziegenkäse mit schwarzen Nüssen), Kalbshacktätschli mit Zürihonig-Senfsauce, Bunte Salatschüssel

Hauptgang: Rindsfeuertopf mit hausgemachten Mühlebrotknödeln und Sauerrahm

Dessert: Ämmitaler Meringue mit Vanilleglace und Niddle

 

Also machen wir das so. Ich also alle Autoren, Gestalter und Webler zusammenkratzen, nur: bei dem Haufen ist es einfacher, einen Mediakementenbeipackzettel  so zusammenzufalten, damit er wieder in die Verpackung passt, als alle Kult-Leute an ein und demselben Datum an ein und demselben Ort zusammenzubringen. Aber die Wortkombination KULT-WEIHNACHTSESSEN hat sie so neugierig gemacht, dass sie alle kamen. Bis auf Henrik. Der war mal wieder Töffs testen in Spanien. Ich frage mich ja jedesmal, wieso man denn Töffs testen muss, wenn es ja Harleys gibt, aber er sieht das ein bisschen differenzierter als ich. Und so stand ich dann da, und alle Kultleute um und an den Tischen, und ich dachte, lass sie einfach mal machen. Kommt sicher gut. Und es kam gut. Wie immer. Wir sind schliesslich das Kult. Und die Blaue Ente tatsächlich wieder eine der richtig guten Adressen in der Stadt.

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Autor: Rainer Kuhn

Rainer Kuhn (*1961) hat das ganze Ding hier gegründet, aufgepäppelt, fünf Mal neu erfunden, vorher Werber, noch vorher Betriebsökonomie studiert, noch vorher Tennislehrer gewesen. Dazwischen immer mal wieder ein Kind gemacht. Wollte eigentlich mal Pferdekutscher im Fex-Tal werden, später dann Pfarrer. Im Herzen ein Landbub, im Kopf dauernd unterwegs. Schreibt drum. Hat ein paar Gitarren und ein paar Amps in der Garage stehen. Macht Musik, wenn er Zeit hat. Hat er aber selten. Blues und Folk wärs. Steht nicht gern früh auf. Füllt trotzdem die Kult-Verteilboxen jeden Monat mehrmals eigenhändig auf. Fährt Harley im Sommer. Leider mit Helm. Mag Mainstream-Medien nicht. Mangels Alternativen halt Pirat geworden. Aber das ist manchmal auch streng.

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