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Ein Mittagessen im Alice Choo mit Ela Soza

Das dritte Interview dieses Jahres aus der Reihe „Rockstars des Alltags“ kommt wieder aus dem Alice Choo in Zürich. Gegessen habe ich mit Ela Soza. Das war eigentlich schon lange mal fällig. Aber irgendwie hat es sich einfach nie ergeben. Also haben wir geschaut, dass es sich ergibt. Und dann erst mal bestellt. Sie eine Sushi-Platte, ich den Business-Lunch. Und bevor ich meine erste Frage stellen konnte, legte Ela vor:

 

Du hast vorhin gesagt, dass einem die Musik seiner Jugend massgeblich prägt, wenn man später selber Musik macht. Ich muss Dir da glaub widersprechen. Ich bin mit kroatischer Popmusik aufgewachsen, vielleicht noch ein bisschen Elvis Presley nebenbei …

 

Was ist kroatische Popmusik?

 

Das ist … Oberkitsch (lacht laut) …

 

… etwa das, was man von den Ostblockländern am Concours d’Eurovision sieht?

 

Ja, ungefähr so. Dazu kamen dann später die allgemeinen Top40, die halt so im Radio gespielt wurden. Ich kann nicht sagen, dass diese „musikalische Erziehung“ meine eigene Musik beeinflusst hat. Aber Musik war immer ein Teil unserer Familie, ich mein, ganz Dalmatien ist irgendwie dauernd am singen.

 

Kroatische Popmusik ist dann wahrscheinlich auch stark beeinflusst von der kroatischen Volksmusik, nicht?

 

Auf jeden Fall. Klar gibt es Bewegungen, die  sich davon entfernen, sie machen Hip Hop oder andere Sachen, die nichts zu tun haben mit den musikalischen Wurzeln Kroatiens.

 

Das hat doch auch mit Identität zu tun. Nationalität, oder unpolitisch ausgedrückt: Die Region, aus der man kommt und die Musik aus dieser Region, das sind alles Teile der eigenen Identität.

 

Dann müssten wir hier ja alle mit dem Alphorn rumrennen und in unserer eigenen Musik müsste gejodelt werden.

 

Es ist ja nicht so, dass die Schweizer Volksmusik nur aus „Hudigäggeler“ besteht. Da gibts im Fundus Schweizer Volksmusik einige Balladen …

 

… mir gehts nur darum, da auch mal rauszukommen.

 

Bist Du da aufgewachsen?

 

Ja, ich bin da aufgewachsen. Ich bin Schweizerin mit einem anständigen Temperament. Meine Eltern waren Gastarbeiter, hatten aber lange noch eine Bar in Kroatien. Wir waren oft sechs Monate am Stück da unten, meine Kindheit habe ich hauptäschlich dort verbracht. Grad am Meer, wo einem jeder kennt und wo man als Kind eigentlich nur nach Hause geht, wenn man Hunger hat oder schlafen will. Sonst bist Du draussen bei den Eseln und den Hühnern, springst von irgendwelchen Dächern oder machst Wettschwimmen mit deinen Cousins, wer unter mehr Booten hindurchschwimmen kann ohne Luft zu holen.

 

Ist das heute immer noch so? Oder ist das einfach eine romantische Sicht auf die eigene Kindheit?

 

Ich denke ja, es ist ja ein kleines Dorf. Was mich persönlich angeht, sind meine Schwester und ich eh Ausnahmen, weil wir in unserem hohen Alter nicht verheiratet sind und keine Kinder haben.

 

Darfst Du da überhaupt noch runter?

 

Nein, wir werden an der Grenze immer aussortiert. (lacht) Ich steh ja dazu und auch in Kroatien hat sich vieles geändert in den Jahren. Es gibt auch sehr viele Scheidungen mittlerweile. Aber es geht mir ja nicht darum, das negativ zu werten. Es ist einfach so, dass Familie und verheiratet sein einen extrem hohen Stellenwert haben, und ich dann manchmal eben das Gefühl habe, dass die Leute denken „Oh, what’s wrong with her“ …

Ah, Du hast keinen gefunden, also bist Du kompliziert …

 

Genau, oder schwierig oder so …

 

… ist ja nicht so ganz falsch, oder?

 

Everybody’s normal until you meet them. Aber reden wir jetzt wirklich über dieses Thema?

 

Ja, wir sind jetzt halt so reingerutscht. Wir rutschen sicher noch in andere Themen. Ich seh einfach dass hier in Zürich oder in der Schweiz grundsätzlich eine Menge Frauen mitte Dreissig rumlaufen, die nicht verheiratet sind und keine Kinder haben. Da ist das nichts besonderes. 

 

Wenn die Leute einem länger nicht gesehen haben ist immer eine der ersten Fragen: „Hey wie geht’s? Bist Du inzwischen verheiratet und hast Kinder?“

 

Die wollen doch einfach wissen, ob Du noch zu haben wärst …

 

Nach der zwanzigsten gleichen Frage denkst Du irgendwann, ist ok jetzt.

 

Was mich doch interessiert: Begleiten Dich die verschiedenen Nationalitäten? Ich mein, fühlst Du dich kroatisch hier in der Schweiz? Fühlst Du dich als Ausländerin hier?

 

Das war als Kind sicher so, ja. Du musst Dir vorstellen, Du kommst mit fünf zurück in die Schweiz, warst frei und meistens barfuss unterwegs, und dann kommst Du hier in die erste Klasse und wirst so eingepfercht in ein System und eine Ordnung, die einfach anders ist als zuhause, ich hatte aber meine eigene Ordnung, meinen eigenen Rhythmus.

 

Heute würden sie Dich abklären lassen, ADHS diagnostizieren und Ritalin verpassen …

 

… genau … und dann bist Du schon ein wenig das Ausländerkind. Als Kind war das schwierig für mich, da will man lieber Müller heissen oder Meier und Teil vom Ganzen sein, dazugehören. Das ändert sich im Alter ja nicht unbedingt, man fängt einfach irgendwann an, seine Unterschiede zu lieben und dazu zu stehen, aber als Kind war das noch schwierig für mich.

 

Hast Du gelitten? Wurdest Du gemobbt?

 

Ja, ich hab das schon so empfunden. Damals wars ja noch Jugoslawien, und ich war einfach das Jugo-Meitli.

 

Mittlerweile ist das ja hip. Heute fährst Du damit Punkte ein.

 

Das ist wahrscheinlich einfach das Leben.

 

Wir bewegen uns heute ja eher in einer Stimmung, wo all diese Unterschiede wegplaniert werden, alle sollen gleich sein, sind sie aber nicht. Das Witze über die Unterschiede machen ist an sich ja nichts verwerfliches, das passiert in alle Richtungen, die Absicht dahinter ist entscheidend, die wird aber mit all den Gesetzen und Regeln nicht berücksichtigt. 

 

Ich find das einen total schönen Gedanken, den Du da hast, aber ich arbeite ja in einer Schule und sehe das ein bisschen anders: Kinder sind sich das Ausmass eines dummen Spruches oder eines Witzes oftmals nicht bewusst.

 

Vielleicht wollen sie auch einfach nur ein bisschen lustig sein, einander ein bisschen necken. Das verbieten von solchen Möglichkeiten fördert die Toleranz nicht, im Gegenteil. Ein harmlos gemeinter Spruch wird grad zum Drama, zum Politikum, ich finde, man sollte da wieder etwas lockerer werden.

 

Boah, ich find das sehr schwierig, Rainer, ich finde, da Grenzen zu ziehen ist alles andere als einfach. Vielleicht ist es ja so, dass das alles bei mir immer noch das kleine Ausländermädchen trifft, ich habe das als fünfjähriges Mädchen nicht lustig gefunden. Und ich finde es vielleicht darum auch heute nicht lustig, über Minderheiten Witze zu machen, auch nicht, wenn sie harmlos sind. Meine eigene Geschichte lässt mich da schneller Empathie empfinden als z.b. dich, der das selber so noch nie erlebt hat.

 

War es in solchen Situationen tatsächlich das Gesagte, was weh tat, oder das gleichzeitig aufkommende Bewusstsein der fehlenden Heimat und damit dem entsprechenden Schutz?

 

Es hat mit Zugehörigkeit zu tun. Meine Heimat war meine Familie, die anderen Kinder, mit denen ich spielte. Oder spielst Du jetzt darauf an, dass ich meine Cousins anrufen wollte, damit sie mal kurz einen verdreschen? (lacht)

 

Nein, ich spiele auf die Grundsicherheit an, die man im eigenen Land verspürt, in einem fremden Land jedoch nicht.

 

Ich hab das nicht so empfunden. Ich hatte ja hier meine Familie, die Freunde im Quartier, ich hatte das Glück, dass ich in Opfikon aufgewachsen bin …

 

… Opfikon? Glück?

 

Wir hatten unsere Quartiersträsschen, alle Kinder waren draussen am Spielen und irgendwann rief eine Mutter aus dem Fenster, dass das Nachtessen fertig sei, dann ging man rein. Ich bin so dankbar, dass ich das alles hatte, das Leben hier in der Schweiz, welches mir ermöglicht hat, das zu arbeiten, was ich gerne will, eben nicht unbedingt heiraten zu müssen, damit ich einen Mann habe, der das Geld nach Hause bringt, sondern dass ich aufwachsen konnte, Sprachen lernen konnte, eine Arbeit machen kann, die mir gefällt …

 

… was machst Du eigentlich?

 

Ich arbeite an einer Schule im Sekretariat während 4 Tagen die Woche. Das ermöglicht mir, ein Leben zu führen, in dem ich verschiedene andere Sachen auch noch machen kann, zum Beispiel Musik, Yoga, Reisen … und trotzdem habe halt ich dieses kroatische Feuer …

 

… ist jetzt ein bisschen rassistisch, nicht?

 

Stimmt, es gibt auch feurige Schweizer.

 

Es gibt feurige überall.

 

Du willst jetzt ein politisches Gespräch mit mir führen …

 

… im Gegenteil. Es geht mir um das Freiheitsgefühl. 

 

Ich sage ja bloss, dass das jeder selber für sich erlebt. Du denkst, da steht eine erwachsene Frau vor Dir, aber in ihr drin ist da immer noch das Kind, welches das alles gar nicht lustig gefunden hat und wahnsinnig verletzt war und sich eigentlich nichts sehnlicher gewünscht hat, als dazuzugehören, was ihr aber aufgrund ihrer Herkunft oft verweigert wurde. Da kannst Du mich jetzt zum Psychiater schicken …

 

… das wollte ich grad fragen: Hast Du da mal was gemacht?

 

Ach Rainer, das wird mir jetzt alles ein bisschen persönlich.

 

Ja, drum sind wir hier. Es interessiert mich einfach, wie die Leute damit umgehen. Ich war als Kind ja auch irgendwie so ein Arschlochkind, bin immer überall angeeckt und hab gedacht, dass mich keiner versteht. Das ist heute noch zum Teil so, aber mit den Jahren hab ich gelernt damit umzugehen, man siehts nicht mehr so stark und ich geh nicht mehr unbedingt jedem auf den Sack. Das macht den Alltag schon angenehmer.

 

Schau, ich glaube wenn du als Frau aus einer mediterranen Gegend kommst, wo die Ansprüche der Gesellschaft eindeutiger gestellt werden, dann musst du dich irgendwann damit auseinandersetzen, dich davon frei machen, den Weg zu dir finden, damit du irgendwann dann auch dort ankommst.

 

Sind das Ansprüche, die effektiv gestellt werden? Oder meint man das vielleicht bloss?

 

Es ist ja nicht so, dass wir jetzt hier ein therapeutisches Gespräch führen müssen, mir geht es gut, ich bin angekommen, ich fühl mich wohl mit mir und meinem Lebensstil.

 

Dahin musstest Du ja auch erst kommen. Gabs da so eine Art Schlüsselerlebnis? Oder war das ein langsamer Prozess?

 

Es geht ja darum, dass man sich das Leben schwieriger macht, wenn man denkt, irgendeinem Standard entsprechen zu müssen. Wenn man es geschafft hat, sich davon zu befreien, dann ergibt sich vieles im Leben wie von selbst.

 

Hört man nicht einfach irgendwann auf, dagegen zu kämpfen, weils einem zu blöd ist?

 

Vielleicht. Aber nicht nur. Man muss es schon hinter sich lassen können. Dazu muss man sich auf den Weg machen.

 

Was wolltest Du denn werden, als Du ein Kind warst? Hattest Du Ideen? Pläne?

 

Abgesehen von Tierärztin und Schauspielerin wie alle Kinder, stand für mich die Musik schon immer im Vordergrund. Vielleicht aus dem gleichen Grund, wieso die Kinder heute Superstar werden wollen: Man will berühmt werden. Man möchte jemand sein. Wobei dieser Punkt bei mir eher nebensächlich war, da ich mit Musik aufgewachsen bin und einen speziellen Bezug dazu habe.

 

Deine erste Platte?

 

Ou … das war glaub Lisa Stansfield. Ich war ziemlich auf Popmusik fokussiert. Bis ich auf Erykah Badu kam und all die Fusionen der verschiedenen Musikrichtungen, das fand ich extrem spannend.

 

So wie ich Dich kenne find ich schon, dass die Musik das Zentrum Deines Lebens ist. Daneben arbeitest Du noch was. Daneben machst Du noch Yoga. Daneben …

 

Nein, mein Leben ist heute eine Balance all dieser Sachen. Nur Musik zu machen würde nicht stimmen. Ich würde gerne mal ein Jahr lang auf Tour gehen, ja, klar. Aber ich bin auch gerne im Büro, weil ich auch da Sachen machen kann, wo ich gut bin drin, und ich habe das Yoga, das mich wieder erdet. Es ist die Mischung all der Sachen die ich mache, die es ausmacht. Ich bin sehr dankbar, dass ich das gefunden habe.

 

Du machst jetzt eine Yoga-Ausbildung?

 

Ja, ich will mir das genauer anschauen und mache eine Lehrerausbildung. Ich fliege dafür für zwei Monate nach Bali. Aber was ich sagen wollte: Vielleicht hat das auch was mit eben diesem ADHS zu tun, dass ich nicht zu lange nur etwas machen kann, dass ich verschiedene Sachen brauche. Ich brauche das für mein Glück und bin dankbar, dass ich es machen kann.

 

Das geht aber vielen so. Wir leben in einem System, dass ziemlich eindimensional ausgelegt wird. Du lernst einen Beruf und den machst Du dann. Und wenn Dich einer fragt, was Du bist, dann sagst Du „Lehrer“ oder „Konditor“

und dann bist Du nur noch der Lehrer oder der Konditor und der Rest sind Hobbies.

 

Genau, dann bist du einfach nur eins. Ich finde das wunderschön, dann sagen zu können „Ja, ich arbeite im Sekretariat einer Schule und ich bin Musikerin und vielleicht bin ich dann auch mal Yogalehrerin“. Obwohl das mit der Yogalehrerin nicht der vordergründige Gedanke ist.

 

Wieso machst Du es denn?

 

Für mein persönliches Yoga. Um es besser zu verstehen. Und auch, um einfach wieder mal weg zu sein und mich voll und ganz in etwas neues begeben kann, in diesen ganzen „Gschpürschmi-fühlschmi-Salat“ eintauchen, und ich freu mich total darauf. Und darauf, dass wenn ich wieder komme, es hier Sommer ist.

 

Darauf kann man irgendwie alles reduzieren, aufs Wetter, wenns warm ist und die Sonne scheint, dann gehts den Leuten gut, und wenns kalt und dunkel ist, weniger.

 

Ich liebe es, wenn es dunkel ist und kalt, dann beschäftige ich mich gerne mit mir selber und kann auch in meine dunklen Ecken abtauchen.

 

Dann bist Du einfach gerne manchmal melancholisch. 

 

Nicht nur, aber ja, das ist auch ein Teil von mir. Und wenn der Frühling kommt, dann streckt man sich wieder, dann ist Zeit, den Geist zu wecken und sich etwas anderem zuzuwenden. Ich geniesse alle Facetten. Ich geniesse es, mit mir selber zu sein, nicht zu lange, sonst geh ich mir dann auch irgendwann auf den Sack, aber seit ich gut mit mir alleine sein kann, muss ich nicht mehr mit anderen zusammensein, die mir im Grunde gar nicht gut tun. Viele Leute haben ja das Gefühl, dass wenn sie alleine sind, dass sie abgeschnitten sind, sie müssen sich immer irgendwie mit irgendetwas ablenken. Das muss ich heute nicht mehr.

 

Ich bin ja gerade darum gerne alleine, weil ich dann eben genau vom Rest abgeschnitten bin. Dass dann mal nicht immer irgendjemand kommt und irgendetwas will und ich mich dann mit diesem Irgendjemand und seinem Irgendetwas auseinandersetzen muss. 

Männer haben das häufiger besser drauf als Frauen. Bei uns spielt der soziale Aspekt, alles zusammenhalten zu müssen.

 

Während wir das genetisch programmiert haben, am Ende des Lebens alleine in den Sonnenuntergang zu reiten. 

 

Natürlich ist nicht jeder Mann und jede Frau gleich. Aber so Grundmuster sind manchmal eben schon erkennbar.

 

Hängt auch ein bisschen mit der Lebensituation zusammen. Ich habe drei Kinder, die Eine grad in der Pubertät, da hast du immer soviel los, dass du es dann richtig geniesst, mal richtig alleine zu sein. Weil du halt selten dazu kommst. 

 

Das spielt sicher mit, ja.

 

Was hast Du noch für Pläne? So für die nächsten zwanzig Jahre? Ich mein, als Kind hat man eine Menge Pläne und irgendwann gibt man das auf und macht, was man halt macht und vergisst, dass man eigentlich gerne den einen oder anderen Plan haben möchte. Die Gefahr besteht dann doch, dass man aufhört, etwas zu werden. Dass man dann einfach nur noch ist und irgendwann so stirbt. 

 

Wenn du bei dir angekommen bist, dann  öffnen sich immer im richtigen Moment Türen, dann zieht es dich dorthin, wo es für dich Sinn macht. Ich habe keine konkreten Pläne in diesem Sinne. Für mich ist es einfach wichtig, das ich nie aufhöre, mich herauszufordern, mich immer wieder von neuem den Sachen stelle, die mir Angst machen. Ich habe zum Beispiel unglaubliches Lampenfieber vor jedem Auftritt. Und jedesmal, wenn ich auf die Bühne gehe, frage ich mich kurz davor, wieso zur Hölle mache ich das?

 

Und wieso zur Hölle machst Du das?

 

Weil es mir Freude macht. Musik macht mir Freude. Und ich glaube, dass ich etwas zu geben habe. Und das will ich schenken. Drum will ich mich durch diese Ängste durcharbeiten, weil das, was passiert, wenn man gibt und etwas bekommt, das ist so etwas Schönes.

 

Wann legt sich das Lampenfieber dann wieder? Gibts den Moment, wo Du es einfach geniessen kannst?

 

Ja, klar, das ist der Moment, wo ich ganz bei mir bin, mich nicht mehr mit den Erwartungen auseinandersetze, das kommt in der Regel nach dem zweiten, dritten Song, dann kann ich auch anfangen mit dem Publikum zu kommunizieren. Mein Anspruch ist nicht primär musikalischer Natur, sondern die Kommunikation mit den Leuten, das sich öffnen, geben zu können, empfangen zu können, daraus entsteht die Magie bei Konzerten. Sonst kannst Du ja auch zuhause bleiben und eine CD reinschieben. Mal so richtig auf Tour zu gehen, wär schon einer meiner Wünsche. Ich habe ja schon Konzerte gespielt in New York, auch in Japan …

 

Gibts da Unterschiede?

 

Ja, Japan ist unglaublich! Der Respekt der dir da als Musiker entgegengebracht wird ist immens, im Gegensatz zu hier, wo man zuerst mal denkt: „Oh, Musiker, armer Schlucker… “

 

Also ab nach Japan.

 

Ich will einfach weg vom Druck, den ich mir selber mache, wenn es sich ergibt, schön, aber ich muss nicht. Damit fühl ich mich wohl. Ich bin heute wirklich glücklich mit dem, was ist.

 

 

 

 

 

 

 

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Rainer Kuhn

Autor: Rainer Kuhn

Rainer Kuhn (*1961) hat das ganze Ding hier gegründet, aufgepäppelt, fünf Mal neu erfunden, vorher Werber, noch vorher Betriebsökonomie studiert, noch vorher Tennislehrer gewesen. Dazwischen immer mal wieder ein Kind gemacht. Wollte eigentlich mal Pferdekutscher im Fex-Tal werden, später dann Pfarrer. Im Herzen ein Landbub, im Kopf dauernd unterwegs. Schreibt drum. Hat ein paar Gitarren und ein paar Amps in der Garage stehen. Macht Musik, wenn er Zeit hat. Hat er aber selten. Blues und Folk wärs. Steht nicht gern früh auf. Füllt trotzdem die Kult-Verteilboxen jeden Monat mehrmals eigenhändig auf. Fährt Harley im Sommer. Leider mit Helm. Mag Mainstream-Medien nicht. Mangels Alternativen halt Pirat geworden. Aber das ist manchmal auch streng.

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