Als Al Bundy vor über zwanzig Jahren verzweifelt versucht hat, rechtzeitig vom Supermarkt wieder nach Hause zu kommen um Hondo, einen Western mit John Wayne zu sehen, erwartete ich automatisch einen Kultstreifen.
Inhalt:
Hondo Lane (John Wayne) ist ein Kurierreiter der Kavallerie, der plötzlich verantwortlich für den Schutz der eigenwilligen Angie Lowe (Geraldine Page) ist und zur Vaterfigur für deren Sohn Johnny (Lee Aaker) wird. Angie, fest entschlossen, die Rückkehr ihres brutalen Ehemannes abzuwarten, lehnt es trotz der drohenden Gefahr durch kriegerische Indianerstämme ab, ihre Ranch zu verlassen. Doch fühlt sie sich mehr und mehr zu diesem Fremden hingezogen – zu Hondo, einem Mann, der durch seine Erfahrungen härter wurde, aber immer noch empfänglich ist für Sympathie, Güte und Liebe.
Hondo aus dem Jahre 1953 wurde ursprünglich als 3D-Film gedreht, was man schon bei den Titelcredits merkt. Diverse Szenen spielen ebenso mit den 3D-Effekten, wird doch des öfteren in den Bildschirm geschossen oder fliegen Gegenstände direkt in Richtung Zuschauer. Dies geschieht jedoch sehr diskret. Die Handlung steht hier noch im Vordergrund, was leider bei vielen 3D-Filmen der Neuzeit ja nicht mehr der Fall ist.
John Wayne spielt den kernigen Westernmann mit absoluter Ruhe und Gelassenheit. Einen grossen Unterschied zu seinen Figuren in Alamo oder Rio Bravo konnte ich jetzt nicht erkennen, zu ähnlich sind sich Waynes Figuren in meinen Augen. Wayne gilt als Vorzeigewesternheld, hart, aber immer auf der richtigen Seite. Geraldine Page spielte hier den Typus Frau, den es im heutigen Film eigentlich nicht mehr gibt. Die hilflose Dame, die ohne Mann an ihrer Seite nicht überleben kann, ist in der heutigen Zeit überholt und komplett fehl am Platz. Doch ist Page eine überzeugende Leistung gelungen und ihrem Filmsohn Lee Aaker kann man dasselbe bescheinigen, spielt er den jungen Johnny nicht nervig und kann sogar einige Szenen für sich beanspruchen (herrlich, wie er mit dem Colt auf den Indianer schiesst und vom Rückstoss zu Boden fällt). In einer eher kleinen Nebenrolle ist übrigens James Arness zu sehen – der Hauptdarsteller von Gunsmoke (er spielte seinen Charakter Matt Dillon über Jahrzehnte hinweg).
Überrascht hat mich die fast fortschrittliche Darstellung des Indianerstammes, der hier nicht einfach als mordende Meute mit Federn auf dem Kopf dargestellt wird. Eher negativ werte ich jedoch die sehr einfache Story.
Fazit: Solider Western mit relativ kurzer Laufzeit (81 Minuten), der nicht langweilt, jedoch auch sehr unspektakulär vor sich hin plätschert. Kann man gerne mal sehen. Aber warum Al damals im Supermarkt fast einen Nervenzusammenbruch bekam ob der Angst dieses Werk im TV zu verpassen weiss ich auch nicht.

