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schaut bitte mal ein bisschen genauer hin.

wir schauen nicht weg. fettes titelbild auf der hässlichsten zeitung der schweiz. die halbe schweizer-illustrierte prominenz fand zwischen night-shopping und filmpremieren kurz zeit, sich „zu engagieren“. indem man seine fresse hergibt und sagt: schlimm, das mit den flüchtlingen, ganz schlimm, da müssen wir durch, da müsst ihr helfen, so wie wir und so.“ süss, nicht?

mir hätte das titelbild besser gefallen, wenn es 1999 erschienen wäre, als die nato den kosovo in schutt und asche gelegt hat. es hätte mir auch besser gefallen, wenn es 2011 erschienen wäre, als die nato nach erfolgreicher medienkampagne unwidersprochen libyen bombardiert und das vermögen und die bodenschätze des landes unter sich aufgeteilt hat. wo habt ihr da hingeschaut, lieber heinz karrer, christian darbellay, mr. da-nos, liebe sonja buholzer, mona petri, linda fäh und co.?

nein, lieber blick, nein, liebe promis, diese aktion ist leider nicht nur fahl und falsch. sie ist sogar zynisch. und menschenverachtend. über den blick müssen wir uns da nicht näher auslassen. dass dieses blatt zur hirnlosen propaganda- und konfliktbefeuerungspostille verkommen ist, hat mittlerweile jeder gesehen. dass aber all die leute auf dieser titelseite sich für diese heuchelei aus dem hause ringier hergeben, ist traurig und peinlich zugleich.

leider haben bei dieser iditiotenaktion auch ein paar gute freunde von mir teilgenommen. drum, lieber frank, lieber andy, liebe luisa, liebe christa: reiht euch lieber ein im kampf gegen die könige und feldherren. schaut wenigstens ihr beim nächsten mal etwas genauer hin, wofür ihr euer gesicht und euer name hergebt. schaut nicht weg, wenns darum geht, im namen der demokratie elend über die menschen zu bringen. wenn die von euch so geliebten boulevardmedien ihre hetzkampagnen fahren. steht auf gegen jene, die diese menschen überhaupt erst zu flüchtlingen machen. oder lasst es ganz bleiben. denn mit diesem „engagement“, welches ihr hier auf der frontseite zeigt, macht euch am ende nur lächerlich.

 

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Rainer Kuhn

Autor: Rainer Kuhn

Rainer Kuhn (*1961) hat das ganze Ding hier gegründet, aufgepäppelt, fünf Mal neu erfunden, vorher Werber, noch vorher Betriebsökonomie studiert, noch vorher Tennislehrer gewesen. Dazwischen immer mal wieder ein Kind gemacht. Wollte eigentlich mal Pferdekutscher im Fex-Tal werden, später dann Pfarrer. Im Herzen ein Landbub, im Kopf dauernd unterwegs. Schreibt drum. Hat ein paar Gitarren und ein paar Amps in der Garage stehen. Macht Musik, wenn er Zeit hat. Hat er aber selten. Blues und Folk wärs. Steht nicht gern früh auf. Füllt trotzdem die Kult-Verteilboxen jeden Monat mehrmals eigenhändig auf. Fährt Harley im Sommer. Leider mit Helm. Mag Mainstream-Medien nicht. Mangels Alternativen halt Pirat geworden. Aber das ist manchmal auch streng.

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