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Klar, auch damals hat man bei Spielen sein Adrenalin rausgelassen

Gastautor Edwin Kunz über Zürcher Fussball-Kultur

“War in den 70-iger Jahren im GC Fan-Club und besuchte nebst den Heimspielen praktisch alle Auswärtsspiele mit dem Car, organisiert vom Fan-Club. Habe in dieser Epoche fleissig Matchberichte über GC aus den Zeitungen ausgeschnitten und in einem Ordner archiviert. Leider finde ich diesen Ordner nicht mehr, muss wohl irgendwann bei einem Umzug abhanden gekommen sein. Damals waren Chiasso, Chenois, Xamax und andere sogenannte Nobodys in der „Nationalliga A“. GC, FCZ und Basel dominierten die Tabelle..und dies jahrelang. Nach der Schule interessierten mich andere Hobbys (Musik und Girls), der Fussball hat mich nur noch am Rande interessiert. Seit den 70-er Jahren habe ich nie mehr live ein Spiel in einem Stadion gesehen. Die Fankultur war damals nicht so aggressiv wie heute…klar, nach dem GC-Match im Hardturm hat man sich im 4-er Einsatztram mit den gegnerischen Fans verbale Wortgefechte geliefert, besonders dann, wenn GC gewonnen hat. Jedenfalls wurde man zu dieser Zeit selten Zeuge eines Handgemenges oder einer Schlägerei zwischen Fans, auch wenn es diese gewiss im kleinerem Rahmen auch gab.
Leider hat sich eine Hooligan Szene bei den Fans sozusagen indoktriniert…das gilt beinahe für alle Clubs. Es ist heute immens schwer, friedfertige- von aggressiven Fans zu unterscheiden. Klar, auch damals hat man bei Spielen sein Adrenalin rausgelassen, dies überwiegend verbal aus Gründen der Begeisterung oder Enttäuschung.

Die Südkurve soll nicht massgebend für eine Ausartung generell in die Pflicht genommen werden, andere Clubs wie Basel und GC beherbergen auch ihre Extremisten. Allerdings scheint besonders die Südkurve eine verschworene Gemeinschaft von kindischen Dilettanten zu sein, gut durchgemischt vom Büezer bis zum Akademiker. Zumindest beherrschen sie die Kunst, nebst aggressiven Auswüchsen auch die halbe Stadt mit Abziehbildern der FCZ-Südkurve zu kontaminieren. Nun ja, mittlerweilen steht fest, dass aus diesen „Bildli“ nicht der gewünschte propangandistische Erfolg resultierte. R.I.P. Südkurve…Wil, Winterthur oder was auch immer erfreuen sich neuen Klebern, die das Stadtbild gewiss positiv verändern.”

EdwinKunz

Edwin Kunz ist Bus-Chauffeur bei der VBZ.

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