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Daylight’s End – Ein Action-Horror Highlight

Das lange Warten hatte endlich ein Ende gefunden. Daylight’s End, die zweite Zusammenarbeit zwischen Regisseur William Kaufman und Hauptdarsteller Johnny Strong, erblickte hierzulande das Licht der Welt.

Inhalt:
Rourke (Johnny Strong) düst mit seinem alten Plymouth durch das Ödland der Vereinigten Staaten und stösst auf einen Trupp Überlebender, die sich in einer alten Polizeistation verbarrikadiert haben. Doch die Infizierten, eine Mischung aus Zombie und Vampiren, haben es auf Rourke abgesehen. Und Rourke wiederrum hat nur ein Ziel: Den Anführer der Infizierten töten, der ihm einst seine Frau genommen hat…

Johnny Strong ist für mich DER Überraschungs-Name des Actionfilmes der letzten Jahre. Nicht nur, weil er einen Namen trägt, der sich auch im horizontalen Filmgewerbe gut machen würde, nein, Strong ist ein Alleskönner. Neben seiner Schauspielkarriere ist Strong auch Sänger der Rockband Operator. Er praktiziert Kampfsport und ist zudem Messerdesigner. Ich sage doch, der kann irgendwie alles.

Und zudem ist Strong sehr wählerisch was seine Filmrollen anbelangt. Der Mann hat seit zwanzig Jahren einen Fuss im Filmgeschäft und war erst in 12 Rollen zu bewundern. Angefangen bei einer kleinen Nebenrolle in Glimmerman zu Rollen in Blockbustern wie The Fast and The Furious oder Black Hawk Down. Es benötigte ein Angebot des Regisseurs William Kaufman um Strong 2010 wieder aus dem Rentnerleben zu locken. Kaufman drehte, mit Strong als Hauptdarsteller, den Actionthriller Sinners and Saints, welchen ich gerne als „geerdete Version“ von Heat bezeichne. Sinners and Saints, ein ganz heisser Tipp für Freunde des harten Geschmacks.

William Kaufman, dessen filmisches Markenzeichen harte und realistische Schusswechsel sind, war in den letzten Jahren seit Sinners and Saints sehr aktiv. Kaufman zeigte sich verantwortlich für einige billige Action-Streifen, die aber alle in die bessere Zunft der günstigeren Produktionen gehören. Ob die beiden Lundgren-Filme The Hit List oder One in the Chamber, den WWE-Streifen The Marine 4 oder den Kriegs-Actioner Jarhead 3 mit Scott Adkins, Kaufman liefert seine Auftragsarbeiten immer ordentlich ab. Sinners and Saints und Daylight’s End sind jedoch keine Werke von der Stange, sondern sind Kaufmans eigene Babys.

Konnte Kaufman für Sinners and Saints neben Strong noch eine sehr namhafte Besetzung engagieren (Kim Coates, Jürgen Prochnow, Sean Patrick Flannery, Method Man, Tom Berenger, Bas Rutten, etc.), konnte er bei Daylight’s End zumindest auf dem Papier nicht so aus den vollen Schöpfen. Neben Strong kann nur Lance Henriksen einen grösseren Bekanntheitsgrad vorweisen. Die restlichen Darsteller kenne ich entweder aus eher grausigen Filmen wie Steven Seagals Code of Honor (Louis Mandylor) – oder gar nicht.

Daylight’s Ends Startviertelstunde war für mich reines „Mad Max meets Zombies“-Kino. In seinem alten Plymouth heizte Strong durch die Strassen, säubert die Gegend von Infizierten und schiesst mal kurz eine Gang zu Klump. Danach wechselt der Film die Richtung und ich fühlte mich plötzlich in einer Horror-Version von Assault on Precingt 13 wieder. Und unter den Szenen drückte immer wieder dieser geniale Score hervor, der natürlich von Johnny Strong stammte und der dem Geschehen einen unheilvollen Stempel aufgedrückte.

Wenn ich bei Daylight’s End nun irgendwelche Negativpunkte aufzeigen muss, dann muss ich klar bei der etwas gar dünnen Story anfangen, welche sich eigentlich aller Zombiefilm-Klischees bedient und dem Zuschauer nicht wirklich etwas neues auftischt. Zudem, künstliche Blutschwaden find ich nur halbgeil, auch wenn ich in anderen Filmen schon schlechtere Versionen sehen durfte. Auch Explosionen entstanden komplett am Computer und wirkten eher unglaubwürdig.

Man sieht Daylight’s End natürlich an, dass hier kein Blockbuster-Budget zur Verfügung stand. 2 Mio. US-Dollar soll der Streifen gekostet haben. So als Beispiel, vergleicht man das Ergebnis mit Steven Seagals letztem grässlichen Wurf Code of Honor, der mit 8 Mio. US-Dollar ein viermal höheres Budget aufweist, darf man doch gerne zur Kenntnis nehmen, dass mit wenig Kohle, dafür mit viel Engagement, eben doch ein richtiges Produkt auf die Beine gestellt werden kann.

Fazit: Daylight’s End ist richtig geiles Action-Horror-Spektakel, welches mit Johnny Strong einen knallharten und charismatischen Hauptdarsteller vorweisen kann, einen Lance Henriksen, der hier nicht verheizt wird, und ordentliche Nebendarsteller, die ihre Rollen prima ausfüllen. Es bleibt zu hoffen, dass  wir nicht weitere sechs Jahre warten müssen, bis Strong und Kaufman sich für einen weiteren Film zusammenschliessen.

 

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Dominik Hug

Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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