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Exklusiv: Das mit dem Q aus Gogos Sicht

Von Peter „Gogo“ Sacco

“Eigentlich bin ich ja selbst schuld, glaube immer noch an das Gute im Menschen. Ich hätte ja im Verkaufsvertrag meiner Aktien eine Klausel einfügen können, die besagt, dass der neue Club auch seinen eigenen Namen erhalten soll. Doch mahl ehrlich: Wer von Euch käme auf eine solch abstruse Idee den Club den er gekauft hat so zu taufen, dass jeder meint es wäre immer noch der Alte? Naja, wenn Verwechslung gewollt ist oder vielleicht sogar zum neuen Konzept gehört, dann macht das Sinn? Vielleicht ist das tatsächlich das Konzept der Konzepte. Ich warte also jetzt bis das Supermarket zugeht und mache es an derselben Stelle wieder auf als Supermarket Zurich, oder gleich das Cabaret Zurich… Das gibt’s ja auch nicht mehr.

club q

Ich war gerade mal 22 Jahre alt als ich die erste Zeile auf ein Papier schrieb das ein Konzept werden sollte für alle Gleichgesinnten, alle Details und die Philosophie der Vision eines Hauses in dem alle gleichsam bedeutend und wertvoll sind. Dies mag im ersten Moment nicht wie ein total anderes Rezept klingen – aber vergiss nicht, dass unsere Lieblingsgewürze Toleranz und Harmonie sind, gemischt mit Respekt für jeden Einzelnen. Wir sind keine Missionare, sondern eher verrückte Visionäre, die daran glauben, dass die Herzlichkeit einer guten Seele viel kraftvoller ist als Grausamkeit und Härte. Unsere Vision ist in unserem Herzen gewachsen und im Jahre 2001 zur Realität geworden. Zum Club Q. Wir haben gelitten, sehr wenig geschlafen, viel gefeiert und gelacht, viel Liebe verbreitet und Fehler gemacht und schon wieder nicht geschlafen… eines aber hatten wir nie vorgesehen: Jemals eine andere Musikrichtung als Techno zu spielen, Club Q war Techno, Minimal, House, Progressive, Tech-House…. und nichts anderes!

2010 haben meine Partner und Ich sozusagen alle Anteile an der Firma verkauft und Club Q zu Grabe getragen. Die neuen Betreiber sind mit dem neuen Q Zurich gestartet und wenig später gestrandet. Ein Luzerner Konzept mit sehr ulkigem Namen (aber ohne Q!) hätte es richten sollen. Ging aber leider auch nicht auf. Jedenfalls werden wir jetzt Zeugen einer Version 2 des sogenannten Q Zurich, das wohlgemerkt nichts, aber rein gar nichts mit dem Original Club Q zu tun hat, der im bekannten englischen Dj-Mag in die „Top 5 of the best Clubs of the World“ aufgenommen wurde, ausser dass der jetzige Geschäftsführer ein Mitarbeiter war.

Die letzte Ruhe gestört, die es sich redlich verdient hatte. Auch meine Ruhe wurde ganz schön malträtiert. „ Jöö so geil, machsch wider s Q uf?“, „Ahhh super, dänn chan i ja din legendäri Club doch no kennelerne“, „Gogo machsch Du wider d’Bookings vom Q?“ und weitere 100 Nachrichten indem Sinne.

Kennt Ihr das Gefühl wenn man endlich eingeschlafen ist und vom Sandmännchen träumt oder so… um dann abrupt von Geheul, Gehupe und krassen Lärm geweckt zu werden? So fühlt sich das etwa an. Ich will Euch nicht die Heulsuse machen, aber bitte lasst doch Club Q, Club Q sein und nichts Weiteres. Kein Q Zurich, auch kein Hip Hop und R&B sowieso nicht. Comprende? Naja, was soll ich sagen… Die Club Q Seite auf Facebook hatte noch nie soviel Verkehr seit der Schliessung und sogar meine Künstlerseite kriegt auf einmal richtig viel Besuch. Das wünsch Ich den neuen Betreibern mit Ihrem sehr ähnlichen Namen auch, viel Besucher. Sonst müssen wir letzten Endes noch ein „Wow“ über uns ergehen lassen”.

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Autor: Alex Flach

Alex Flach (*1971) erblickte das Licht in der Klinik Bethanien in Zürich. Nach langen Jahren des Herumeierns bei Versicherungen und nach Erreichen der Bachelor-Würde in Ökonomie, kam er zum Schluss, dass ihm seine Freizeitgestaltung besser gefällt als der Arbeitsalltag und er beschloss, dass es eine feine Idee sei, seine Hobbys Schreiben und Clubbing zu kombinieren. Nachdem er einige Jahre für Medien wie das Forecast Magazin, das 20minuten, den Blick am Abend und natürlich KULT übers Ausgehen geschrieben hatte, erkannte er, dass Clubs bezüglich Medien zumeist ähnlich grosses Talent an den Tag legen, wie Erdferkel bezüglich Quantenmechanik - und dies obschon viele von ihnen ein Programm bieten, das eine regelmässige und umfangreiche Berichterstattung verdient.

Heute betreut Alex die Medienarbeit diverser führender Clubs in der deutschen Schweiz, darunter führende Locations wie das Hive (Zürich), der Nordstern (Basel), das Rok (Luzern), die Zukunft (Zürich) oder der Hinterhof (Basel). Zudem schreibt er im Tages Anzeiger eine wöchentliche Nightlife-Kolumne, ist wöchentlich Studiogast in der Sendung Friday Night von Jonas Wirz auf Radio 24, ist Chefredaktor der Drinks Schweiz, des offiziellen Organs der Schweizer Barkeeper Union, betreut seit Anbeginn die Kommunikation des tonhalleLATE-Projekts der Tonhalle-Gesellschaft Zürich und bildet neuerdings, und zusammen mit Marc Blickenstorfer, Zürich Tourismus-Exponenten in Sachen Nachtleben aus.

Kurzum: Seine Couch und sein Schreibtisch stehen exakt auf der Schnittstelle zwischen dem Schweizer Nachtleben und der Öffentlichkeit. Dass er bisweilen zum über die Stränge schlagenden Berserker werden kann, wenn die von ihm so geliebte Nachtkultur (selbstverständlich völlig zu Unrecht) angepöbelt wird, versteht sich da von selbst.

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