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Made of Steel – genau das Richtige für einen kalten Sonntag Nachmittag

Vielleicht glorrifiziere ich die Neunziger ein wenig zu sehr. Möglich. Und doch konnte ich damals fast jedes Wochenende ins Kino gehen und mir einen ordentlichen Film ansehen. Made of Steel kommt aus dieser Zeitperiode, ist jedoch ein TV-Film, hätte aber auch im Kino laufen können.

Inhalt:
Polizist Daniel Saxon (Charlie Sheen) infiltriert undercover eine Bikergang, angeführt von Blood (Michael Madsen). Doch je länger die Mission dauert, je mehr verwischt für Saxon die Linie zwischen seiner Mission und der Zugehörigkeit zu Blood und seiner Gang.

Erst bei der Recherche zu diesem Artikel erfuhr ich, dass Made of Steel “nur” fürs Fernsehen produziert worden war. Ich konnte es kaum glauben, denn für eine TV-Produktion fuhren die Macher doch einen ordentlichen Aufwand vor.

Gedreht wurde der Streifen in Arizona und Kalifornien. Und, ich mag jetzt nicht von grossartigen Naturaufnahmen oder Kamerafahrten über Wiesen und Wälder schreiben, denn diese gibt es schlicht und einfach nicht. Der Film muss aber auch nicht die Natur zelebrieren um den vermeintlichen Glanz von Freiheit zu projezieren.

Ehrlich, die ersten zwanzig Minuten von Made of Steel waren mühsam. Der Film ging dunkle Wege, zeigte dem Zuschauer einen fertigen Hauptdarsteller und auch ein Kindheitstrauma, welches ihn sein Leben lang begleitet. Sehr düster umgesetzt, alles beinahe zu ernst. Unterhaltung, einsetzen bitte. Dies geschah auch. Der Ton des Films änderte sich danach und Saxons Undercovermission begann. Ab hier wurde der Film ziemlich gut.

Ich muss mich immer daran erinnern, dass Charlie Sheen einst ein ernstzunehmender Darsteller war. Damals, bevor er dem Sex- und Drogenwahn verfallen war, seine Karriere und auch seine Gesundheit in die Tonne getretten hatte. In Made of Steel zeigt Sheen eine verdammt gute Darstellung eines als Kind misshandelten Mannes, der versucht das Richtige zu tun und sich selbst dabei beinahe verliert. Michael Madsen als Antagonist anzuheuern war in den Neunzigern eine verdammt gute Wahl. Madsen macht das hier richtig geil, kommt arschlochig genug rüber um ihn nicht zu mögen. Linda Fiorentino wirkte in diesem Film leider etwas blass. Und in einer Nebenrolle konnte auch Rip Torn noch ein paar Sätze rauslassen. Ziemlich gelungender Cast.

Der Film ist kein reines Actionspektakel, lebt von einer starken und harten Storyline, die jedoch immer wieder Actionausbrüche erlaubt. Vorallem wirkt das Geschehen stets glaubhaft und ist nie völlig überrissen. So ein Film würde heute nicht mehr produziert werden.

Fazit: Made of Steel ist ein guter TV-Film mit einem starken Charlie Sheen, einem ebenso starken Michael Madsen – und irgendwie genau das Richtige an einem kalten Sonntag Nachmittag. Lang lebe die Neunziger.

https://www.youtube.com/watch?v=DGLaasOgLIU

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Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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