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Hard Target 2 – Ein reichlich verspätetes Sequel

Die Neunziger Jahre entfernen sich rasend schnell von uns. Leider. Und viel Zeit verstrich, bis sich ein Filmemacher an den Stoff wagte, der einst Actionheld Jean-Claude Van Damme mit dem vielleicht grössten Regisseur für Actionmaterial in Kontakt gebracht hat. Harte Ziele aus dem Jahr 1993 war die erste US-Regiearbeit von John Woo, der Mann, der aus brachialer Gewalt wahre Wunderwerke an Bildern generieren kann. Harte Ziele ist heute noch ein richtig geiler Streifen. Nun entschied Universal Pictures eine kostengünstige Fortsetzung zu produzieren.

Inhalt:
Der ehemalige MMA-Fighter Wes Bailor (Scott Adkins) wird für ein Preisgeld von 1 Million US-Dollar zu einem Kampf nach Myanmar eingeladen. Vor Ort erkennt Bailor jedoch, dass der Kampf nicht in einem Ring stattfinden wird. Bailor soll als menschliche Beute fungieren, die von einer Gruppe schwerbewaffneter Menschen zu Tode gejagt werden soll. Jedoch findet Bailor an diesem Spiel so gar keinen gefallen…

Mein Herz springt regelmässig etwas schneller, wenn ich einen Film mit Scott Adkins in der Hauptrolle vor mir liegen habe. Adkins ist ein Gütesiegel für richtig geile Action, sofern der Regisseur weiss, wie man ein Martial Arts-Kaliber wie ihn richtig einzusetzen hat.

Roel Reiné fungierte als Regisseur von Hard Target 2. Reiné hat sich zumindest in meiner Welt einen Namen als ordentlicher Regisseur für B-Produktionen gemacht. Unter seiner Führung entstand der ziemlich unterhaltsame The Marine 2, ebenso vollbrachte Reiné das Wunder Steven Seagal zu einem guten Film namens Pistol Whipped zu motivieren. Dies liegt jedoch auch schon bald eine Dekade zurück.

Und Roel Reiné machte auch bei Hart Target 2 einen ziemlich guten Job. Der Film schreitet rasant voran, weiss in den vielen Actionszenen zu unterhalten und mit Adkins als Hauptdarsteller kann man gar nicht viel falsch machen. Die Nebendarsteller wissen ebenfalls zu überzeugen. Robert Knepper ist bereits mit dem Gesicht des Bösewichts geboren worden und spielt seinen Schurken sehr passend. Rhona Mitra, mittlerweile auch 41 Jahre alt, ist immer noch gut anzuschauen und hat offensichtlich viel Spass daran hier mal mit dicken Wummen vom Leder zu ziehen. Der Rest des Casts war mir unbekannt, jedoch konnten die Nebenfiguren alle durch Originalität punkten. Jeder der Gegner Adkins war eine eigenständige Persönlichkeit, vom Bubi, welches von seinem Alten auf diese Menschenjagd gezerrt wurde bis zum Typen vom Wired Magazine, der diese Jagd aus Recherchezwecken für ein neues Videospiel mitmacht. Geschickt gemacht.

Als Actionfilm macht Hard Target 2 viel Spass. Die Action ist blutig und hart, nebst Man-to-Man Kampfszenen gibt es viele Schusswechsel und ordentliche Explosionen zu bewundern. Und Scott Adkins bei der „Arbeit“ zuzuschauen macht einfach Freude. Unglaublich, was der Mann für Szenen absolviert. Ja, die Choreografie der Kampfszenen ist hier echt gelungen. Keine Wackelkamera, die kaschieren muss, dass der Hauptdarsteller eine Kampfniete ist. Denn Adkins kann Kampf.

Was ich jedoch bemängeln muss ist die Tatsache, dass ich dem Film diverse Drehorte so nicht abgenommen hab. Was sehr schräg ist, denn der Film wurde effektiv im Dschungel von Thailand gedreht. Aber oft hatte ich das Gefühl, hier eine künstliche Arena zu sehen, ähnlich einem Videospiel. So kam so richtig dreckiges Outdoor-Auf-Der Jagd-Feeling nie wirklich hoch. Und klar, im Vergleich mit John Woo kann ein Roel Reiné nur den kürzeren ziehen. Denn bei Woos Filmen wusste man nie, was für eine Szene wir als nächstes serviert bekamen. Da fliegen die Hauptdarsteller gerne mal mit zwei Pistolen in den Händen durch den Raum, während eine weisse Taube sich gen Himmel erhebt. In Hard Target 2 bekommst du dieses Futter nicht. Obwohl Reiné, und hier geb ich ihm gern noch einen Punkt, einfach deshalb, weil es mich zum Schmunzeln gebracht hat, John Woo in zwei Szenen noch einmal richtig feiert. So wacht Adkins eines morgens umringt von weissen Tauben auf und darf in einer Kampfszene in bester John Woo-Manier Pistole an Pistole vor einem Gegenspieler stehen (Siehe Video John Woo Trademarks).

Fazit: Hard Target 2 ist solide bis leicht überdurchschnittliche Actionware. Scott Adkins ist sowieso immer einen Blick wert und mit Knepper und Mitra sind Nebendarsteller anwesend, die den Film sehr leicht tragen. Doch, Hart Target 2 darf man ruhig mal anschauen.

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Dominik Hug

Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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