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Top 5 Züri by Alexander Meier

Text, Selektion, alles andere: Alexander Meier

 

So. Der Alex hat gesagt, ich soll auf keinen Fall den Stil von den vorhergehenden Züri Top 5 übernehmen. Also weder bei der Auswahl noch beim Schreiben.

Zweiteres ist ja auch gar nicht so schwer, da meine Talente wohl eher vor und hinter der Bar liegen. Und schreiben tu ich sonst nur Whatsapp. Mit vielen Emojis. Sehr vielen Emojis.

Und ersteres. Nun ja. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich eher bei der kommerziellen Seite angesiedelt bin. Ohne mich aber einzuschränken und ab und an auch mal in den hier so vielgepriesenen (und andernorts verschrienen) Szenischuppen vorbeizugehen. Wenn denn das Line Up auch für Monsieur passt.

 

Electro Swing, Kaufleuten am Donnerstag

JA, mein Weekend beginnt bereits am Donnerstag. Als vorzeige Berufsalkoholiker kommt ja nichts anderes in Frage. Der Donnerstag ist jedoch jeweils immer ein leidiges Thema. Weil wirklich gross ist die Auswahl ja nicht. Nebst dem Plaza für die Studis, dem Mascotte für die Aargauer (ich zähl mich selbst übrigens auch zu dieser speziellen Spezies), der Zukki für die Szenis und dem Gonzo für alle anderen fällt mir spontan nicht wirklich viel mehr ein. Umso mehr freut es mich, dass der River nun die Electro Swing Donnerstage im Kauf macht. Die grösseren Geschichten in der alten Kaserne waren ja bereits grosse Erfolge. Nun scheint es, als etabliere sich der Stil ganz zu meiner Freude. Einfach mal was anderes, bitzeli elektronisch aber nicht zu viel, bitzeli Funky und ganz viele nette, freundliche und vorallem Trinkfreudige Leute, die so gar nicht dem gängigen Kaufleuten Vorurteil entsprechen.

Electro Swing Zurich

 

Von Hier für dich w/Sabb, Hive am Freitag

Haha ja da sagt der Jung, er sei kommerziell angehaucht und dann ist der zweite Tipp das Hive. Nun für mich schliesst sich das überhaupt nicht aus, im Gegenteil. Seit elektronische Musik jenseits von EDM immer mehr an Beliebtheit gewinnt, sehe ich auch Techno inzwischen eher als kommerziellen Musikstil. Auch wenn hier jetzt ganz viele tolle, junge Produzenten und DJs aufschreien. Kommerziell heisst für mich wirtschaftlich erfolgreich. Und ich würd sagen Techno ist wirtschaftlich erfolgreich. Ansonsten gerne mal eine Bookinganfrage für Marco Carola starten und gleich mal 3 Valium einschmeissen wenn die Antwort inklusive Gagenvorstellung zurückkommt.

Nun aber zurück zum Thema. Ich hatte letzten Sommer die Freude, Sabb bei mir im 0815 Hinterhof an der Schwerelos Daytime zu hören und war sogleich begeistert. Ich bin immer etwas kritisch, wenn ich sehe, dass gute Produzenten auch Auflegen. Meistens fehlt mir was. Nicht so bei dem jungen Herrn. Pass für mich, hat genau die richtige Mischung aus House und Techno Elementen. On Top dieser Release mit meinem all Time Hero Dennis Ferrer. Und dann kommt er auch noch von hier! Definitiv one not to miss.

 

Dark Blue w/Wankelmut, Kaufleuten am Freitag

Voila, da sind wir also bereits wieder am Pelikanplatz. Man kann sich ja das Maul zerreissen, es hätte nur Kiddies, der Laden wäre sowieso schon längst tot. Ich finds nichts desto trotz sehr spannend, was da im Kaufleuten seit ca. einem Jahr musik- und gästetechnisch geschieht. Klar ein Carl Cox oder Sven Väth funktioniert in jeder Location sagen nun die ganzen Nörgler. Nur füllst du die Location nicht mit Kiddies, wenn du solche Acts buchst. Finden die Kids nicht so cool. Think about it.

Am Freitag hat das Team um Alex Ruf mit Wankelmut einen der meiner Meinung nach meist unterschätzten Deephouse Acts gebucht. Nun ja. Deephouse ist ja inzwischen auch mehr eine Beleidigung als ein Musikstil. Bekannt geworden ist der gute Herr ja mit dem kommerziell sehr erfolgreichen Remix von Asaf Avidans One Day. Und hat sich bei vielen gleich den Stempel Kommerz-Deephouse-One-Hit-Wonder abgeholt. Meiner Meinung nach absolut zu Unrecht, denn wie der Herr mit seinem 2h Essential Mix beweist, kann er auch anders. Meine Behauptung unterstreicht er dann zugleich auch mit Releases auf Get Physical, die so gar nicht Radio like sind.

 

Nic Fanciulli, Bellevue am Samstag

Tja eigentlich muss ich gar nicht mehr viel schreiben. Die Überschrift sagt bereits alles. Spätestens seit Nic Fanciulli zusammen mit Carl Cox das Space Ibiza in die ewigen Jagdgründe entlassen hat ist er für mich in den DJ-Olymp aufgestiegen. Dass dann so einer in einem kleinen Club wie dem Bellevue spielt ist einzig und allein den wirklich guten Connections und der 1A Betreuung bei vorangegangenen Bookings durch Louis Bisang zu verdanken. Apropos Betreuung im Bellevue: Vorsicht vor den Kafi Shots an der Bar! Die Barkeeper sind wahre Naturtalente wenns ums Trinken geht. Und sie stehen immer länger wie du.

Als kleine Einstimmung nun das Video. Ich glaub es spricht für sich. Ich hab mir den Livestream dazu morgens um halb 9 im Rechtsunterricht in der Hotelfachschule reingezogen. Und mit CeCe Peninstons Finally macht man eh nie was falsch.

 

Altro Mondo w/Jimi Jules, Lexy am Samstag

Ja das Lexy. Ich muss ehrlich gestehen, als ich das erste Mal da war, hat es mich nicht wirklich aus den Socken gehauen. Auch wenn wir uns den Namen teilen(zumindest wenn s Mami hässig wurde). Es ist zwar alles sehr schön gemacht. Aber leider etwas unpraktisch, da meine Drinks sowiso alle 10 Minuten wieder leer sind. Jedes Mal weg von der Tanzfläche. Der Laden hat mich jedoch letztes Weekend eines besseren belehrt. Es wurde leicht umgebaut, es gibt jetzt zwei Floors und ganz wichtig für mich eine Bar an jedem Dancefloor. Alex dankt!

Nebst Chaim(ISR) und LUM(ARG) sticht für mich vor allem ein DJ aus dem Line Up. Und wieder ist es ein lokaler. Mein lieblings Berner mit dem schönsten Afro von Zürich. Und dem coolsten Vibe. Und sowiso. To make a long storry short: Watch the video!

 

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Alex Flach

Autor: Alex Flach

Alex Flach (*1971) erblickte das Licht in der Klinik Bethanien in Zürich. Nach langen Jahren des Herumeierns bei Versicherungen und nach Erreichen der Bachelor-Würde in Ökonomie, kam er zum Schluss, dass ihm seine Freizeitgestaltung besser gefällt als der Arbeitsalltag und er beschloss, dass es eine feine Idee sei, seine Hobbys Schreiben und Clubbing zu kombinieren. Nachdem er einige Jahre für Medien wie das Forecast Magazin, das 20minuten, den Blick am Abend und natürlich KULT übers Ausgehen geschrieben hatte, erkannte er, dass Clubs bezüglich Medien zumeist ähnlich grosses Talent an den Tag legen, wie Erdferkel bezüglich Quantenmechanik - und dies obschon viele von ihnen ein Programm bieten, das eine regelmässige und umfangreiche Berichterstattung verdient.

Heute betreut Alex die Medienarbeit diverser führender Clubs in der deutschen Schweiz, darunter führende Locations wie das Hive (Zürich), der Nordstern (Basel), das Rok (Luzern), die Zukunft (Zürich) oder der Hinterhof (Basel). Zudem schreibt er im Tages Anzeiger eine wöchentliche Nightlife-Kolumne, ist wöchentlich Studiogast in der Sendung Friday Night von Jonas Wirz auf Radio 24, ist Chefredaktor der Drinks Schweiz, des offiziellen Organs der Schweizer Barkeeper Union, betreut seit Anbeginn die Kommunikation des tonhalleLATE-Projekts der Tonhalle-Gesellschaft Zürich und bildet neuerdings, und zusammen mit Marc Blickenstorfer, Zürich Tourismus-Exponenten in Sachen Nachtleben aus.

Kurzum: Seine Couch und sein Schreibtisch stehen exakt auf der Schnittstelle zwischen dem Schweizer Nachtleben und der Öffentlichkeit. Dass er bisweilen zum über die Stränge schlagenden Berserker werden kann, wenn die von ihm so geliebte Nachtkultur (selbstverständlich völlig zu Unrecht) angepöbelt wird, versteht sich da von selbst.

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