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Kult Top 5 ZH by Rolf Saxer

Text, Selektion, alles andere: Rolf Saxer

Danke für die Einladung, lieber Alex

Hier meine Kult Top 5 in chronologischer Reihenfolge. Ich meinte zuerst Ninze & Oxaky sei am Samstag. Ist aber am Sonntag. Darum erlaube ich mir, den Samstag wegzulassen. Idee: Schreibt Euren Lieblings-Samstag in die Kommentare. So geht doch Facebook, oder?
Als “Stall6Meister” müsste ich natürlich auch Stall 6 Programmpunkte ankündigen. Da mir aber Integrität sehr wichtig ist, werde ich das nicht tun (wer für eine allfällige nächste Runde ein bisschen von meiner Integrität profitieren will, kann mir ungeniert ein lukratives Angebot zukommen lassen).

 

Donnerstag: Matija im Hive

Zu meinen Jahreshighlights gehört der Tanz auf der Kampfbahn am 1. Mai. Da ist auch Matija immer dabei mit seinen lässigen Sets. Ich bin zwar gar nicht sicher, ob er jedes mal dabei ist. Ich hab ja letztes Jahr geschwänzt. Aber egal, momentan kuratiert er den “Donnerstag im Hive”, diesmal mit SOLOK.
Er spielt übrigens auch entschleunigte elektronische Musik. Hab ich im Damm gehört, zwischen Weihnachten und Neujahr. Das war sehr schön. Also liebe VeranstalterInnen, bucht Matija auch für entschleunigte elektronische Musik.

 

 

Freitag: Africaine 808 in der Zukunft

Für mich eine der innovativsten und Freude bereitendsten Gruppen der letzten Jahre. “Lagos, New York” war zwar nicht ihre erste Veröffentlichung, aber die erste, die ich mitbekam. Die liess mein Herz auch gleich höher schlagen. Das spätere “Rhythm Is All You Can Dance” stand dem in nichts nach. Letztes Jahr erschien dann das erste Album “Basar”. Grossartig. Am Alors Festival hab ich Africaine 808 leider verpasst. Hoffentlich schaffe ich es in die Zukunft. Ein weiterer Grund zur Freude ist natürlich der Auftritt der fantastischen None of Them. Und ja, ganz ohne Vetterliwirtschaft geht’s halt doch nicht: Neben Herrn “Nice Try” Sarna, legt der Stall 6er Carlo Cannone auf.

 

 

Sonntag: Ninze & Okaxy in Friedes Büxe
Hat jemand entschleunigte elektronische Musik gesagt? Schliesst sich damit der Kreis zu Matija? Ich denke ja. Ich bin sogar fast sicher, dass ich auch etwas davon in Matijas Set im Damm gehört hab. Es gibt bestimmt ein Fachbegriff aus der Literaturwissenschaft, der jetzt passen würde für diesen sich schliessenden Kreis. Beim googeln erschien aber immer nur der Soundcloud Link zu den äusserst schönen Tracks von Ninze & Okaxy.

 

 

Auch Sonntag: Aad Hollander Trio from Hell im Helsinki

Der Sonntags-Klassiker schlechthin in einem meiner liebsten Läden. “Jeden verdammten Sonntag”, wie es beim Helsinki heisst. Virtuos gespielte Musik in der bodenständigsten aller Bandformationen: Gitarre – Bass – Schlagzeug. Es gibt vier Sets ab 21 Uhr. Die sagenhafteste 595. Ausgabe. Gelegentlich mit Gästen.

Hier das wunderbare “Sleepwalk”, eine Interpretation des 1959er Hits von Santo & Johnny. Im Hintergrund sieht man übrigens den traurigerweise verstorbenen Rienk Jiskoot. Seit 2012 spielt Bice Aeberli den Bass.

 

 

Montag: Boschbar

Für einmal steht der Club im Vordergrund und nicht die Band oder die DJs. Die Boschbar war meine erste Anlaufstelle, als ich nach Zürich kam. Unvergessliche vergessene Nächte. Früher illegal an der Geroldstrasse, jetzt legal am Sihlquai. Immer am Montag. Ein kleines, spartanisch eingerichtetes Utopia und experimentierfreudiger Zauberkessel. Ohne dicke Soundanlage und jenseits der allgegenwärtigen Marktlogik. Mit mehr <3 geht nicht.

Diesen Montag spielen die Westschweizer “Zahnfleisch”. Der Bandname und Zahnpasta als Merch-Artikel sind schon einen Besuch wert. Und eben, es ist ja die Boschbar
https://zahnfleisch.bandcamp.com/
https://cheptelrecords.bandcamp.com/album/chptl-018-am-bergen

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Autor: Alex Flach

Alex Flach (*1971) erblickte das Licht in der Klinik Bethanien in Zürich. Nach langen Jahren des Herumeierns bei Versicherungen und nach Erreichen der Bachelor-Würde in Ökonomie, kam er zum Schluss, dass ihm seine Freizeitgestaltung besser gefällt als der Arbeitsalltag und er beschloss, dass es eine feine Idee sei, seine Hobbys Schreiben und Clubbing zu kombinieren. Nachdem er einige Jahre für Medien wie das Forecast Magazin, das 20minuten, den Blick am Abend und natürlich KULT übers Ausgehen geschrieben hatte, erkannte er, dass Clubs bezüglich Medien zumeist ähnlich grosses Talent an den Tag legen, wie Erdferkel bezüglich Quantenmechanik - und dies obschon viele von ihnen ein Programm bieten, das eine regelmässige und umfangreiche Berichterstattung verdient.

Heute betreut Alex die Medienarbeit diverser führender Clubs in der deutschen Schweiz, darunter führende Locations wie das Hive (Zürich), der Nordstern (Basel), das Rok (Luzern), die Zukunft (Zürich) oder der Hinterhof (Basel). Zudem schreibt er im Tages Anzeiger eine wöchentliche Nightlife-Kolumne, ist wöchentlich Studiogast in der Sendung Friday Night von Jonas Wirz auf Radio 24, ist Chefredaktor der Drinks Schweiz, des offiziellen Organs der Schweizer Barkeeper Union, betreut seit Anbeginn die Kommunikation des tonhalleLATE-Projekts der Tonhalle-Gesellschaft Zürich und bildet neuerdings, und zusammen mit Marc Blickenstorfer, Zürich Tourismus-Exponenten in Sachen Nachtleben aus.

Kurzum: Seine Couch und sein Schreibtisch stehen exakt auf der Schnittstelle zwischen dem Schweizer Nachtleben und der Öffentlichkeit. Dass er bisweilen zum über die Stränge schlagenden Berserker werden kann, wenn die von ihm so geliebte Nachtkultur (selbstverständlich völlig zu Unrecht) angepöbelt wird, versteht sich da von selbst.

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