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Midnight Ride – Luke Skywalker auf der dreckigen Seite der Macht

Der Ruhm vom Sternenkrieg war irgendwann verblasst. Das Geld weg? Wer weiss, was Mark Hamill 1990 dazu geritten hatte eine Rolle in einem Michael Dudikoff-Film an sich zu reissen.

Inhalt:
Lara (Savina Gersak) trennt sich von ihrem Freund Lawson (Michael Dudikoff) und macht sich mit dem Wagen auf den Weg zum Haus ihrer Schwester. Unterwegs nimmt sie, freundlich und naiv wie sie ist, den Anhalter Justin (Mark Hamill) mit. Dieser entpuppt sich jedoch schnell als kranker Killer. Lawson hängt sich an die Spur der beiden und versucht Lara zu retten.

Für mich machte Midnight Ride schon zu Beginn einen gewaltigen Fehler. Lara trennt sich schon in der ersten Szene von Lawson, als wär er ein kranker Idiot, der sie wohl geschlagen hat, missbraucht hat, whatever. So hab ich dieses Beziehungskonstrunkt Lara-Lawson dem Film zu keinem Zeitpunkt wirklich abkaufen können.

Ja, Midnight Ride ist so ein typischer Ende Achtziger/Anfang Neunziger Streifen. Die Musik, die Kleidung, die Autos, eine herrliche Zeit. In Deutschland erschien der Film damals unter dem grausigen Titel In den Klauen des Frauenmörders, was eher auf einen Sexploitation-Film hinweist. Weit gefehlt. Der Film ist ein kurzweiliger 90-Minüter, der nicht mit den ganz grossen Schauwerten auftrumpft, auch nicht mit einem grandiosen Hauptdarsteller, denn Dudikoff bleibt hier Drehbuchbedingt extrem blass, jedoch mit einem Bösewicht, der effektiv beinahe dämonisch rüberkommt. Mark Hamill spielt die Rolle des gestörten Frauenschlitzers so dermassen überrissen und krank, sein Schauspiel ist jenseits von Gut und Böse anzusiedeln. Und genau dies macht für mich den Reiz an Midnight Ride aus. Hamills Justin ist böser und geistesgestörter als der Joker. Savina Gersaks Figur hätte man am besten mit einer interessanteren Darstellerin besetzt. Und dass man gegen Ende des Films noch den grossen Robert Mitchum in einer absolut überflüssigen Rolle verheizen muss wäre nicht nötig gewesen.

Fazit: Midnight Ride ist herrlicher Schund aus einer Zeit, die leider schon weiter weg ist, als die meisten von uns es wahrhaben wollen. Kein typischer Dudikoff-Film, viele Schwächen, aber Mark Hamill reisst den Karren aus dem Dreck.

https://www.youtube.com/watch?v=mivp0cM3izE

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Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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