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Albumkritik: Mike & The Mechanics – Let Me Fly

Mike & The Mechanics ist wohl eine der Bands, die so ziemlich keiner mehr auf dem Radar hatte. Klar, die Herren sind immer mal wieder auf Tour anzutreffen, doch die grossen Zeiten dieses Genesis-Nebenproduktes von Mike Rutherford sind leider schon lange vorbei. Der Restart der Band im Jahr 2010 mit zwei neuen Frontsängern (Andrew Roachford & Tim Howar) gelang zwar und die „Mechaniker“ konnten bei ihren Liveauftritten überzeugen. Das zur Tour folgende Album The Road war jedoch biederer Durchschnitts-Poprock ohne Ecken und Kanten.

Und nun steht mit Let Me Fly das mittlerweile achte Album von Mike & The Mechanics in den virtuellen Regalen dieser Welt zum runterladen bereit. Wir haben uns die zwölf Tracks mal angehört.

Der Opener Let Me Fly ist eine ruhige und episch aufgebaute Hymne, welche mit der einfachen Message daherkommt, dass man einfach mal was riskieren soll. Schöne Nummer.

Are You Ready ist typischer Synthierock im Stile der Achtziger. Nervt nicht, stört auch nicht. Aber Tim Howars Stimme kommt nicht grossartig zur Geltung.

Mit Wonder kommt ein Song daher, der auch von Paul Carrack hätte gesungen werden können. Hört sich aber auch mit Andrew Roachfords Stimme gut an.

The Best Is Yet to Come ist für mich ein erstes Highlight der Platte. Perfekter Poprock von Rutherford. Ohrwurmqualität!

Sehr ruhig kommt Save the World daher. Die Welt könnte den Song eigentlich brauchen, aber das Stück wirkt irgendwie langweilig.

Don’t Know What Came Over Me ist eine Uptempo-Nummer. Endlich bekommt auch Tim Howars Stimme ihren gelungenen Auftritt. Guter Song, weiteres Highlight des Albums.

High Life bietet Neueland. Auch eine eher schnelle Nummer, welche stellenweise fast mit Sprechgesang präsentiert wird.

In The Letter beweist Mike Rutherford mal wieder, dass seine Wurzeln im Rock liegen. Coole Gitarrenriffs geben Andrew Roachfords Stimme die Basis für den wohl rockigsten Song im Album, der einen Ursprung in Mechanics-Klassiker Silent Running zu haben scheint.

Not Out of Love ist Durchschnittsware. Hat mich nicht gepackt.

Stimmlich stark gesungen wirkt Love Left Over, eine langsame Nummer. Schön, aber nichts besonderes. Skip.

I’ll Be There For You ist eine schnelle Poprock-Nummer mit ordentlichen Synthesizer-Klängen, welche auch eher aus einem der vergangenen Jahrzehnte zu stammen scheint. Wieder ein ganz ordentliches Werk.

Der final Track heisst Save My Soul und wirkt wie ein perfekter Schlussgang eines überraschend guten Albums.

Fazit: Let Me Fly ist das beste Mike & The Mechanics-Album seit M6 (1999). Ein Album mit vielen Facetten, welches die volle Klangweite dieser Band präsentiert, welche nun doch seit 1985 besteht und nun, wiederbelebt seit 2010, noch für einigen Wirbel in der Musikwelt sorgen will. Ob Mike Rutherford mal wieder einen Hit wie The Living Years haben wird? Vielleicht nicht. Aber sollte er noch einige weitere Alben wie Let Me Fly im Ärmel haben, wäre die Welt sicherlich nicht traurig.

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Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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