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The Hit List – B-Movie mit Hitchcock-Anleihen

Regisseur William Kaufman gehört zu meinen grössten Entdeckungen der letzten Jahre. Vorallem seine beiden Werke Sinners & Saints und Daylight’s End haben es mir schwer angetan. Auch Last Bullet, Kaufmans Geschichte um zwei sich bekriegende Profikiller, gespielt von Cuba Gooding junior und Dolph Lundgren gehört zu einem der besten B-Streifen der letzten Jahre. Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach. The Hit List war mir noch unbekannt.

Inhalt:
Allan Campbell (Cole Hauser) erlebt den Prototypen eines Scheisstages. Da bekommt er zuerst von einem Schläger eins auf die Nase. Dann wird ihm seine versprochene Beförderung vorenthalten und geht an Allans Bürofeind. Und wäre das alles nicht noch schlimm genug, erwischt Allan seinen besten Freund beim Sex mit seiner Frau. Apathisch verschwindet Allan in die dunkle Nacht um sich in einer Bar gehörig die Lampe zu füllen. In der Bar freundet er sich mit Jonas (Cuba Gooding junior) an, der Allan nach einigen Drinks verrät, dass er ein Profikiller ist. Im Glauben das sich dies alles um einen Scherz handelt, schreibt Allan die Namen von fünf Leuten auf einen Zettel, welche Jonas beseitigen soll. Erst als Allans Boss am nächsten Tag tod aufgefunden wird dämmert ihm, das Jonas effektiv ein verdammt übler Geselle ist. Mit der Polizei im Nacken versucht Allan seine Frau zu retten – denn ihr Name steht an oberster Stelle auf der Liste.

Cuba Gooding junior schwebte einst auf einer ganz hohen Wolke über Hollywood. Der Mann war in den Neunzigern verdammt beliebt, pflückte sich die richtigen Projekte heraus und konnte sich so sogar einen Oscar ergattern (Beste Nebenrolle in Jerry Maguire). Der Jahrtausendwechsel hat ihm nicht wirklich gut getan, denn die wirklich fetten Jahre waren danach vorbei für den symphatischen Darsteller. Doch Cuba Gooding junior ist ein vielbeschäftiger Mann geblieben. Und immer mal wieder liefert der Man einen geilen Streifen ab. The Hit List ist so einer.

Der Film packt den Zuschauer bereits von Anfang an. Und wäre der Film von Uwe Boll gedreht worden, wäre Allan wohl nach dem Ende seines Scheisstages in die Bar gelaufen, hätte sich ein Maschinengewehr geholt und alles niedergemäht. William Kaufman ist glücklicherweise nicht Uwe Boll. Denn Kaufman hat hier eins zugegeben einfaches Storykonstrukt entworfen und dieses straight runtergefilmt. Die Szene zwischen Allan und Jonas in der Bar wirkte auf mich wie eine kleine Hommage an Hitchcocks Strangers on a Train.

Und vielleicht wirkte der Film stellenweise sogar grösser als er ist. Denn die grösste Schwäche des Films sehe ich in der fehlenden Motivation von Jonas. Warum will Jonas Allan überhaupt helfen? Er profitiert ja in keinster Weise von dem Deal. Aber irgendwie, who cares.

Denn The Hit List kommt mit einem herrlichen Old School-Flair daher. Handgemachte und blutige Action, richtige Explosionen, sich überschlagende Autos und dazu einen Verzweifelten Antihelden. Alles, was ein Actionfilm braucht.

Fazit: The Hit List ist für mich der Beweis, dass Regisseur William Kaufman sein Handwerk einfach versteht. Ein hartes Werk, welches bis zum Schluss verdammt spannend und blutig bleibt.

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Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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