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Pfad der Rache – philosophisch angehauchter Actionfilm

Kultregisseur Isaac Florentine präsentiert uns mit Pfad der Rache einen Revenge-Thriller und einen Hauptdarsteller, der ausnahmsweise mal nicht Scott Adkins heisst, sondern Antonio Banderas.

Inhalt:
Staranwalt und Familienvater Frank Valera (Antonio Banderas) hats voll drauf. Er gilt als windiger Hund und ist beruflich verdammt erfolgreich. Doch als seine Frau und Tochter Opfer eines Mordanschlages werden, bricht für Valera eine Welt zusammen. Nach einem Akt der Selbstaufgabe legt der Witwer ein Schweigegelübde ab und verspricht, den Mörder seiner Familie zu finden…

Isaac Florentine und Scott Adkins sind ein unheimlich eingespieltes Duo. Adkins hat aber bewiesen, dass er auch ohne seinen Mentor gute Filme machen kann (siehe Accident Man). Florentine hingegen hat mit seinem letzten Adkins-losen Werk (Assassin’s Bullet) nicht so glücklich abgeliefert. Kann man Pfad der Rache eher als Glückgriff betrachten?

Mir fiel als erstes auf, dass Antonio Banderas richtig gut spielt. Ein engagierter Hauptdarsteller macht für viele Filme bereits die halbe Miete aus. Auch die Entwicklung der Geschichte im ersten Viertel passte gut. Der Wechsel vom Drama zum Revengestreifen habe ich als holprig empfunden. Wie sich Antonio Banderas vom plappernden Anwalt zum schweigenden Mönch mit krassen Kampfskills hochtrainiert (mit einem Cameo von Regisseur Florentine als Sensei) konnte ich nur mit einem Grinsen hinnehmen.

Ja, Banderas Figur Valera legte, inspiriert vom Buch Meditations von Marcus Aurelius, ein Schweigegelübde ab und spicht in der letzten Filmstunde kein Wort mehr. Was filmtechnisch sehr interessant gewesen wäre, hätte Banderas nicht weiterhin Kommentare aus dem Off abgegeben, was zar nicht gestört, jedoch den interessanten Twist dieser mönchsgleichen Idee gleich wieder in Luft aufgelöst hat.

Die Geschichte wurde nie langweilig, was man dem Film auch auf die Habenseite schreiben darf. Trotzdem entwickelte sich die Story weiterhin unpassend. Valera kommt dem Mörder langsam auf die Spur, jedoch nur durch komische Zufälle, durch das Entdecken der Schnüffelfähigkeiten seines zugelaufenen Schäferhundes (jö!) und auch, weil die Polizei ihre Computer nicht durch Passwörter schützt.

Und warum wurde der Film eigentlich in einzelne Kapitel unterteilt? Wohl nur um einige Zitate von Marcus Aurelius einzublenden.

Antonio Banderas war der stabile Pfeiler dieses Unternehmens. Er machte seine Sache absolut souverän und zeige tolle Filmfights, welche wiederrum sehr gekonnt von Isaac Florentine in Szene gesetzt wurden. Ja, Action kann der Mann richtig gut. Und trotzdem ist Action in Pfad der Rache rar gesät. An Banderas Seite agieren Karl Urban, von dem man leider relativ wenig sieht, Robert Forster, von dem man noch weniger sieht und Paz Vega. Die restlichen Darsteller bleiben blass.

Pfad der Rache wurde im schönen Bulgarien gedreht. Regt mich dieses Ausweichen in Billigst-Filmländer normalerweise auf, kann man beim vorliegenden Werk getrost behaupten, dass der Film zwar einen osteuropäischen Touch aufweist, dies jedoch in keiner Weise stört. Florentine schoss starke Bilder und Banderas wusste auch in diesen Bereich zu überzeugen. Er kann schauspielern ohne Worte zu benutzen.

Fazit: Mit 84 Filmminuten ist Pfad der Rache keine Minute zu lang. Ein relativ kurzer Rachethriller mit einigen guten Actionmomenten, einer Story mit komischen Twists und der Aussage, dass „I Love You“ vielleicht eben doch die einzigen Worte sind, die in unserem Leben etwas zählen sollten. Pfad der Rache, kein Meisterwerk, aber eine fast grundsolide Nummer.

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Dominik Hug

Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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