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Rambo: Last Blood – Blut, Knochen und etwas Home Alone

„I’m gonna hurt you really bad.“

Es ist mittlerweile auch elf Jahre her seit dem letzten Besuch von John Rambo auf der Leinwand. Wer hätte gedacht, dass Stallone auch diese Kultfigur noch ein weiteres Mal ins Kino zu bringen vermag.

Inhalt:
John Rambo lebt mittlerweile ein sehr ruhiges Leben auf der Farm seines Vaters, zusammen mit seiner Haushälterin Maria und deren Enkelin Gabrielle. Auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater zieht es Gabrielle nach Mexiko. Dort wird sie eines Nachts von einem Menschenhändlerring entführt und zur Prostitution gezwungen. Und Rambo macht sich auf den Weg nach Mexiko…

Die Zeiten sind hart für Helden. Jedenfalls für Helden, die nicht in farbigen Kostümen in der Gegend rumturnen. Bist du kein Avenger, hast du im Kino praktisch keinen Platz mehr.

Mit einem Budget von 50 Millionen Dollar machst du heute leider keine grossen Sprünge mehr im Filmgeschäft. So war Stallone gezwungen Rambo: Last Blood in Bulgarien und Spanien zu drehen. Dies sieht man dem Film glücklicherweise nicht an. Die Drehorte wirken authentisch.

Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam. Stallone und Regisseur Adrian Grunberg nahm sich viel Zeit um den Figuren neben Rambo Farbe zu verleihen. Und, wer jetzt eine Steigerung des Body Counts erwartet, verglichen mit dem Vorgängerfilm John Rambo, der soll besser gleich zu Hause bleiben, denn die 254 On-Screen-Tote des vierten Teils kann man kaum toppen. Dies heisst jedoch nicht, dass Rambo: Last Blood ein harmloser Film sei.

Nein, im Gegenteil. Die Geschichte um die Beziehung zwischen John und Gabrielle ist mehr als nur tragisch. Wer Stallone hier fehlende schauspielerische Fähigkeiten zuspricht, macht es sich doch ein wenig sehr einfach. Stallone hat Charisma, und je älter der Mann wird, umso härter wirkt er.

Das letzte Drittel des Films wirkt zudem irgendwie von Kevin – allein zu Haus inspiriert. In einer leicht brutaleren Version natürlich. Rambo findet in diesem Film Möglichkeiten seine Gegner zu verletzten, die stellenweise jenseits von gut und böse sind. Ich war nur minimal irritiert von dem vielen Computerblut, welches über die Leinwand spritzte. Da waren mir die Old School-Blutbeutel von früher doch ein wenig lieber.

Am Schluss bleibt ein mehr als nur solider Actionfilm, der auch gerne das Ende der Rambo-Reihe darstellen könnte. Jedoch, ein sechster Teil scheint bereits in Planung. Aber, wenn der Film in etwa gleich blutrünstig und rücksichtslos wie Last Blood werden soll, mir wäre es recht.

Fazit: Rambo: Last Blood ist ultrabrutales und blutrünstiges Männerkino. Hier werden keine Gefangenen gemacht. Hier wird hart und blutig gestorben. Sylvester Stallone hat bewiesen, dass er auch mit 73 Jahren noch weiss, wie man Bösewichter ausnehmen muss. Gleichzeitig lebte der Film völlig von Stallone. Ohne ihn wäre dies ein Werk für den DVD-Markt only.

„I want revenge. I want them to know that death is coming, and there is nothing they can do to stop it.»

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Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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