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Liebe Eltern…

Liebe Eltern,

Kurze Frage, wie nennen wir die Altersgruppe der Kinder von null bis etwa acht Jahren, die wir hier zur Zeit rumrennen sehen? Generation „fauler & verwöhnter Sack“? Mal ein paar Dinge, die meiner Meinung nach völlig falsch laufen.

1) Hört auf, euren Kindern den Rucksack zu tragen. Dies müsst nicht ihr für sie erledigen. Auch wenn die Dinger voll sind.

2) Hört auf, eure Kinder zur Schule zu fahren. Sofern ihr nicht auf dem hinterletzten Hügel wohnt, gibt es hierfür keinen Grund. Es ist für Kids verdammt wichtig, zusammen mit ihren Gspänli zur Schule zu gehen. Denn da werden Beziehungen geknüpft, da lernen sie Verantwortung und vor allem, es ist für die Kids peinlich, wenn Mami den kleinen Fritzli in die Schule bringen muss.

3) Hört auf, eure Kids mit Tonnen an Geschenken zu überhäufen. Kinder brauchen Träume. Und, es darf ihnen mal langweilig sein. Nur so regen wir die Phantasien der Kids an. Sie in gefühlt tausende von Barbiepuppen zu ertränken, ihnen jedmöglichen Plastikspielzeugscheiss zu kaufen, ist einfach nur gaga.

4) Hört auf, euch euer Leben immer nur von den Kindern bestimmen zu lassen. Kinder haben nicht zu sagen, was läuft. Ich krieg jedes Mal einen Anfall, wenn ich in der Bäckerei stehe und eine Mutter dem Kind die Frage stellt „Schätzeli, was hättesch gärn?“. Sagt dem Kind, es kann heute ein Weggli, ein Gipfeli oder ein sonstiges Brötli haben, aber hört doch auf, mit euren zweijährigen Mini-Menschen hier zu verhandeln.

5) Hört auf, eure Kinder zu jeder Sekunde zu beaufsichtigen. Lasst eure Kids mal alleine spielen. Sätze wie „ich kann halt meine freien Nachmittage nicht mehr geniessen, weil ich der kleinen Lena stets ein tolles Programm bieten muss“ finde ich schrecklich. Du musst dein Mini-Du nicht in Watte packen. Gib ihm ein paar Spielzeugautos, Papier, Stifte und lass es spielen und lies daneben ein Buch.

6) Hört auf, ständig nur über eure Kinder zu reden. Das Thema interessiert deine Arbeitskollegen und Freunde nicht so brennend wie dich, ohne dass wir deine Kinder weniger toll finden. Versucht weiterhin ein aufregendes Leben zu führen. Oder seid langweilig wie immer. Aber labert nicht ununterbrochen von euren Kids und den ersten Versuchen auf dem Töpfchen (speziell nicht während des Mittagessens, damminomol!).

7) Hört auf, eure Kinder für ihr Fehlverhalten zu belohnen. Wie oft erlebe ich es, dass Kinder sich im Coop oder Migros wie Sau aufführen, Dinge aus den Regalen nehmen und auf den Boden werfen, oder sonst eine Szene machen, weil sie dringend und unbedingt das neue Matchbox-Auto haben müssen. Lasst den kleinen Finn doch toben! Aber belohnt ihn nicht dafür. Mit Terroristen und Kindern verhandelt man nicht.

8) Hört auf, euren Kindern im Kinderwagen ein Entertainment-System zu bieten. Kinder brauchen unterwegs kein iPhone und kein iPad. Sie müssen in besagtem Fortbewegungsmittel keinen Film schauen. Kommen wir hier gleich zu Punkt neun.

9) Hört auf, eure Kinder im Kinderwagen mit Fastfood zu füttern. Kleine Kinder brauchen keine Dönerbox, keinen Cheeseburger und auch keine Cola.

10) Hört auf, eure Kinder in Restaurants vor ein iPad/iPhone mit laufenden Trickfilmen zu setzen. Ich meine, wo sind wir bitte? Anstand? Kinder müssen sich nicht immer von einem Medium berieseln lassen. Und der Spruch „Sonst ist dem kleinen langweilig und er zwängelt rum“ ist effektiv nur eine Ausrede für schlechte Erziehung. Es wirkt zudem auch völlig assi, wenn Familien mit Kids vor iPads im Restaurant sitzen. So zur Info.

11) Hört auf, eure Kinder vor allen Konsequenzen dieser Welt zu beschützen. Euer Kind macht die Hausaufgaben nicht und bekommt zur Strafe von der Lehrerin noch eine weitere Seite an Rechnungen zu lösen? Gut, dann seid dankbar, dass diese Person sich der Persönlichkeitsbildung eures Nachwuchses bewusst ist, und sagt Tochter oder Sohn „Ja, das hast du jetzt davon. Bitte artig die Hausaufgaben machen, dann passiert dies nicht.“.

12) Hört auf, ständig Bilder von euren Kleinkindern online zu stellen. Denkt euch doch bitte, werden die Babys es auch in Teenagerjahren noch toll finden, wenn die dann peinlichen Babybilder für jedermann online zu finden sind? Und gleichzeitig, bitte postet in euren Instagram-Whatsapp-Facebook-Stories doch auch mal was anderes als nur eure Kinder. Es nervt.

13) Und hört bitte bitte bitte damit auf eure Kinder online mit Minime zu bezeichnen.

Danke!

 

 

photo by Ronnie George (unsplash.com)

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Dominik Hug

Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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