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Avenging Angelo – Anthony Quinns letzter Auftritt

Stallone und seine frühen 2000er-Jahre. Pech, schlechtes Timing, teils schlechte Filme. Get Carter war ein missverstandenes Remake, Driven einfach nur grottig und D-Tox versank in der Vorproduktionshölle. Der Name Stallone schien in Hollywood nicht mehr viel Wert zu haben. So entstand 2002 Avenging Angelo und erschien direkt auf Video.

Inhalt:
Als Jennifer Barrett Allieghieri (Madeleine Stowe) herausfindet, dass sie die Tochter eines ermordeten Mafiabosses (Anthony Quinn) ist, will sie sich für dessen Tod rächen. Aktive Schützenhilfe erhält sie vom treuen Leibwächter (Sylvester Stallone) ihres Vaters.

Sylvester Stallone als Mafia-Leibwächter? Passt wie die Faust aufs Auge. Aber Stallone in einer Komödie? Das wurde schon zuvor diverse Male versucht, und hat überhaupt nicht funktioniert, weder in Oscar noch in Stop! Oder meine Mami schiesst! Avenging Angelo ist zum Glück keine reine Hau-Ruck-Komödie.

Chemie zwischen zwei Hauptdarstellern kannst du nicht erzwingen. Entweder sie existiert – oder nicht. Hier hat, zumindest für mein Empfinden, Regisseur Martyn Burke grosses Glück gehabt, denn Stowe und Stallone spielen glänzend zusammen. Stallone, der hier sehr locker aufspielt, humorvoll, leicht verträumt, aber immer noch ein harter Brocken, macht generell einen guten Job. Ein äusserst sympathischer Auftritt vom der Rocky-Ikone. Und eine weitere Ikone zelebrierte hier ihren Abgang. Anthony Quinn spielte hier seine letzte Rolle. Er verstarb noch vor Release des Films. Die Szenen zwischen Sly und Quinn sehe ich ebenfalls leicht magisch.

Und hier liegt der Hund begraben: Avenging Angelo ist weder Komödie, noch Actionfilm. Kein wirkliches Drama, und auch kein richtiger Liebesfilm. Er ist von all diesen Zutaten etwas, aber kein Genre bricht hier durch, was dem Film damals auch das Rückgrat gebrochen hat. Denn kein Actionfan wird diesen Film befriedigt ausgemacht haben und wer mal herzhaft lachen wollte, wird ebenfalls von Avenging Angelo enttäuscht sein.

Fazit: Zugegeben, der grosse Wurf ist Avenging Angelo nicht geworden. Aber der Film ist zu charmant, um ihn wirklich nicht zu mögen.

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Dominik Hug

Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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