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High in den Bergen/Tag zwei

Am ersten Tag sorgte die Erklärung, weswegen der Hintern hinten ist für einen Shitstorm und die Literatur rückte am literarischen Kolloquium in den Hintergrund, der Aschenbecher landete im Safe des Palace Hotels und der zweite Tag in Montreux beginnt mit diesen stechenden Kopfschmerzen und der Frage, wo denn das Gras versteckt sei.

Sie sass im Sessel neben der Terrassentür, die Türe der Minibar stand offen, im Badezimmer brannte Licht und die Klimaanlage surrte und hustete sinnlos vor sich hin, der Fernseher lief und irgendjemand hatte den Aschenbecher in den Safe des Montreux Palace-Zimmer gestellt.

Irene. Richtig. Sie sah tot aus. In diesem Sessel. Meine Füsse verfingen sich im Leintuch vom Bett und ich stolperte zuerst in Richtung Terrasse und See, nur um sofort umzukehren und über der Toilettenschüssel sinnlos zu würgen. Die Handtücher waren sinnlos dick, die Spüle aus düsterem hässlichen Marmor, aber immerhin hatte es im Bad Gläser, so dass ich Wasser trinken konnte.

«Aus dem Weg, aus dem Weg», rief Irene rechtzeitig, so dass ich noch knapp ausweichen konnte. Ihre Würgegeräusche ähnelten den meinen und offensichtlich hatte sie ebenfalls auch nicht viel gegessen, so dass es schnell vorbei war. Über dem See hingen gleich wie gestern die wohlgeformten Wolken, gutgekleidete Gärtner kümmerten sich um den geschniegelten Garten, obwohl es Sonntag war und auf einer Seitenterrasse assen die Kolloquianer Melonenschnitze und Lachshäppchen und warteten darauf, weiter literarisch bespasst zu werden.

Irene war in einen Korbstuhl auf der Terrasse gefallen und checkte ihr I-Phone: «Weisst du, was die Scheisse ist?»

Im Moment war die Sonne nicht nett zu ihr, sie war noch bleich, das war aber nichts, was ein bisschen Kaffee, ein Orangensaft und etwas Essen nicht ändern würden. Sie war jung, hatte die Dinge noch vor sich und nicht einmal die Sonne vermochte es, ihre Jugend ernsthaft zu hinterfragen.

«Was könnte schon die Scheisse sein?», fragte ich zurück, vielleicht, dass seit sie mich nach der «Metzgersmeistertochter» gefragt hatte, ich offiziell ein «alter weisser Mann» war, der Minderheiten und Frauen aktiv unterdrückte? Aber darüber hatten wir schon geredet, so lange bis uns die Zigaretten ausgegangen waren.

«Nö, das ist nicht die Scheisse», sagte sie und wollte wissen, ob noch etwas Gras da sei. Ich nickte, wusste in dem Moment aber nicht genau, wo ich das Zeug verstaut hatte.

«Die Scheisse ist», meinte sie und wedelte mit ihrem Gerät: «Es gibt viele, die dir recht geben, die sagen, es gehöre den Fotzen einfach besorgt, sobald die Lesben wieder einmal ein ordentliches Rohr verlegt bekämen, hätten sie auch ihre Probleme nicht mehr …»

Der Gedanke half mir jetzt beim Nachdenken darüber, wo ich mein Gras versteckt hatte nicht viel weiter, doch wusste ich nicht, was sie meinte: «Ich habe ein Buch geschrieben, eines, in denen es überhaupt nicht um diese Dinge geht, dazu war es weder ein wichtiges noch ein erfolgreiches Buch und ich bin nur hier, um ein bisschen Geld zu verdienen.» Sie grinste und sah von ihrem I-Phone, ihrem Twitter oder von «Gottweissichnichtwas» auf und grinste: «Ja, du hast viel von Carla erzählt, aber wie zum Teufel konntest du hoffen, es würde gut kommen, wenn du einfach nur Playstation gespielt hattest.»

«Was hätte ich den machen sollen, ein Rohr verlegen?»

«Ja, das auch, das auch …», sagte sie und mir fiel wieder ein, dass sie dabei war in Politik zu doktorieren.

«Ich weiss, wo das Gras ist, es ist mir wieder eingefallen, wenn du willst …»

«Der Mist ist der, dass eine Gegenbewegung entsteht, dass Bewegung eine Gegenbewegung erzeugt und du jetzt bist du auf der Seite von denen, die sagen, es ist ganz in Ordnung, Minderheiten zu knechten.»

«So einen Scheiss habe ich nicht gesagt, vielleicht war das Beispiel mit dem Hintern jetzt nicht so toll, aber das habe ich nicht gesagt.»

«Es gibt ein Video, da ist ein Film auf Twitter, Facebook und Insta und die Kommentatoren sagen, dass du das sagst.»

«So genau verstehe ich das jetzt nicht, es gibt einen Film und trotzdem sagt irgendwer, ich sage etwas anderes, als was ich im Film wirklich sage …»

Der See. am Morgen. Der Himmel. Die Promenade. Die Pudel, also Hunde und die gelangweilten Leute. Der Seufzer einer jungen Person, die einem wirklich alten Menschen ein Mobiltelefon, einen Laptop oder die sozialen Medien erklären muss. Diese tiefe Verzweiflung, diese Hoffnungslosigkeit.

«Du <trendest>, aber jetzt für die falsche Seite».

«Ist mir egal, aber wie kann es sein, dass wenn es einen Film gibt, jemand offensichtlich dem Film widersprechen kann?»

«So laufen diese Dinge eben, es ist der Trend, die Zahlen, sie wollen eben keine Gleichberechtigung, sie wollen das mit aller Macht verhindern, egal wieviel Scheisse sie erzählen müssen.»

«Ich weiss nicht einmal, wenn du meinst, wenn du <die> sagst.» In Wirklichkeit wusste ich nicht, wie der Trend etwas anderes sehen konnte als wirklich auf dem Video zu sehen war. Eine andere Sache. Ich war ein unwichtiger Schriftsteller, der sich einen arroganten Ausrutscher entgegen dem Zeitgeist geleistet hatte, wie konnte und warum sollte das irgendjemanden polarisieren? Warum sollte sich jemand darum kümmern. Sie sagte mir, das alles jederzeit irgendjemanden aufregen würde, aber ich verstand das Videoding immer noch nicht.

Wir hatten in den Kleidern geschlafen. Uns nicht angefasst. Vielleicht besser. Hätte meine Tochter sein können. Besser. Hätte besser auf sie schauen sollen, wegen der Minibar und so. Meine Hände zitterten, aber sie würde den Joint schon drehen können, zwei Segelboote wurden geputzt und bereit zum Segeln gemacht, ich hatte keine Ahnung, wann ich den dritten Stock des Montreux Palace wieder verlassen musste, um meinen letzten Vortrag halten zu müssen, und ob dieser nun gefilmt werden würde, weil ich irgendwo, irgendwie «trendete».

Der österreichische Oberdynamiker hatte mir beinahe die Schulter gebrochen, er grinste, wie niemand breiter grinsen konnte und sagte: «Ich LIEBE SCHRIFTSTELLER». Offensichtlich hatte das Hotel mehr Eintritt verlangen können, seit ich eine Art Internet-Influencer war und die «Metzgersmeistertocher» war in den grossen Saal verlegt worden, so dass alle mehr verdienen konnten. Die Bar, die Lobby, der Garten, überall standen Leute wegen ein paar unbedachten Äusserungen. Tapfer versuchte der vielversprechende Schriftsteller zu mir zu halten, doch er schien andere Sorgen zu haben.

Er war etwas bleich und seine Fliege hing etwas schief. «Eine Frauengeschichte», meinte er vielsagend, doch ich versicherte dem vielversprechenden Schriftsteller nur, dass sei bei diesen Anlässen normal, da schäme man sich dann ein bisschen, aber das ginge schnell vorbei – ausser man sei im Vatikan, da ginge das nicht, da sollten die sich länger schämen. Offensichtlich verbreitete ich schon Weisheiten, die auf Adrians Mist gewachsen waren.

«Hast du einen Plan, über was du reden willst?», fragte er mit echter Sorge in der Stimme. Aber der österreichische Oberdynamiker donnerte seine Hand schon wieder auf meine Schulter und brüllte: «Er ist ein SCHRIFTSTELLER, er braucht keinen Plan. Das sind alle SPINNER.»

Und er hatte recht. Ich hatte keinen Plan. Den Nachmittag hatte ich in einem Liegestuhl im ruhigen Garten verschlafen, nachdem ich zur Stärkung in der Bar der Blondine, die allerdings heute keine Blondine, sondern ein missgelaunter alter Montreuxianer gewesen war, ein paar Bier zur Stärkung getrunken hatte, nach Bier, nach dem Mittagsschlaf in der Sonne unter den wohlgeformten Wolken war ich immerhin so weit gewesen, um zu duschen und das Hemd zu wechseln. Mehr denn je sehnte ich mich hinter meine Playstation zurück, der Umgang mit den religiösen Fanatikern erschien mir fast schon vernünftiger als mit diesen Genderfragen zu dealen.

Geschäftlich sah es nicht besser aus. Unterdessen war ich offiziell «der alte weisse Mann» auf dem Internet und allem Möglichen. Während ich Adrians Anrufe einfach ignoriert oder verschlafen hatte, machte mir der Schriftsteller-Liebhaber die Sache eindeutig schwerer. Seine Liebe ging so weit, dass er mich sofort verklagen würde, wenn ich nicht mindestens eine dreiviertel-Stunde über die «Metzgersmeistertocher» sprechen und Fragen beantworten würde. Aber eben, ich sei ja SCHRIFTSTELLER, da ginge das schon.

Klar, er erzählte noch, er habe viel erlebt, sagte, ich würde es schon über die Runden kriegen und sonst hätte ich vielleicht viele Freunde die Juristen seien, dann könnte ich schon abreisen oder nicht auftauchen. Klar, Adrian half mir auch nicht weiter, er meinte nur: «Alter, wir reden schon über eine zweite Auflage, eine zweite Auflage, verstehst du, das ist etwas Gutes.» Dann unterbrach er die Verbindung. Irene, die den Namen ihrer Mutter trug, hatte ich seit dem Morgen nicht mehr gesehen, seit sie sich hatte frisch machen wollen, aber das war ja auch nicht schlimm, da ich ebenfalls einen Mittagsschlaf gebraucht hatte und ich gar nicht wissen wollte, was wir alles in den Safe gestellt hatten, ausser dem Aschenbecher. Immerhin hatte sie am Morgen noch einen schönen Joint hingebracht.

Unterdessen war mir das Gras ausgegangen und ich hatte keine Zeit mehr. Bei so vielen Leuten hätte ich mir gewünscht, ich hätte eine zweite Hose mitgenommen oder mir mindestens noch in Montreux einen Anzug gekauft, aber es war zu spät: Meine Haare waren zu lang, meine Klamotten zu abgerissen und meine Krawatten hatten die Gärtner wohl mit dem gemähten Gras entsorgt. Aufmerksamkeit von Fremden war eine Art der Verführung und wirkte sich nicht gesund aufs Gemüt aus, plötzlich machte man sich Sorgen um Dinge, die nicht wesentlich waren.

«Die Metzgersmeistertochter ist ein Roman, der von zwei Generationen erzählt, für den Vater geht seine Welt, die Metzgerei langsam unter, seine Arbeit, die er mochte, verliert immer mehr an Bedeutung und niemand ist bereit, seine Preise zu bezahlen. Die Tochter hat diese Arbeit nie gemocht, hat die Todesschreie der Kühe und Schweine kurz vor dem Schlachten gehasst und noch mehr die Gerüche nach Fett und Blut, die das kleine Haus in dem abgelegenen Stadtquartier beherrschten.»

Das erste «Buh» war kurz, zurückhaltend, etwas halbarschig vorgetragen. Niemand im vollen Saal interessierte sich für die Geschichte von Vater und Tochter. Niemand wollte hören, wie schwer es der Tochter fiel zu ihrem verwitweten Vater zu stehen, obwohl sie hasste, was er tat und selbst schon lange nur noch Gemüse ass. Aber das Desinteresse an meinem Roman war normal. An Lesungen bestand das Publikum normalerweise etwa aus dreissig Leuten, von denen ich meistens dann auch noch ein paar persönlich kannte.

«Meine Absicht war es, mit dem Roman zu zeigen, dass sich die Welt für unterschiedliche Menschen unterschiedlich schnell verändert. Sehen Sie, die Tochter wird die Metzgerei nicht vermissen, während das Geschäft für den Vater, sein Leben, sein Handwerk war, ein Handwerk, das zunehmend an Bedeutung verliert und in Fabriken ausgelagert wird.»

Das «Buh» war lauter und wurde schnell gefolgt von einem nächsten «Buh», allerdings folgten jetzt noch eine andere Art Rufe, so dass sich die beiden Hälften des Publikums gegenseitig ausbuhten.

«In meinem Buch erzähle ich die Geschichte einer Tochter, die hin- und hergerissen ist zwischen Solidarität mit ihrem Vater und von Veränderungen, die sie als für sich als notwendig erachtet.» Im Saal war ein Streit ausgebrochen, niemand hörte mehr zu und ich kam nicht mehr dazu zu beschreiben, wie der Alltag in einer kleinen Metzgerei ablief. «Alter weisser Mann», war ein Ruf. Während ich glaubte, auch das Wort «Kampflesbe» ausmachen zu können.

Mein Publikum feierte eine Brüllparty und ich hoffte, es würde kein Video von dieser wüsten Sache geben. Schliesslich mussten die Österreicher als Veranstalter die Sache beenden. Nachdem ich an einem Literatur-Kolloquium tatsächlich über Literatur gesprochen hatte, interessierte sich kein Mensch mehr für mich. Zwar «trendete» ich immer noch, wie mir der Schulterbrecher erklärte, aber unterdessen beschimpften sich die Leute gegenseitig und hatten keine Zeit mehr für so etwas Abwegiges wie Literatur.

«Sie brüllen dich nieder und der Saal ist voll, es gibt ein Video, das ist grossartig, wir werden Bücher verkaufen wie warme Semmeln», gratulierte Agent Adrian, der mir mit honigsüsser Stimme versicherte, er könne mir einen Vorschuss besorgen und er persönlich würde noch die neue Ausgabe von «Far Cry» drauflegen., er habe da Beziehungen.

«Hast du eine Ahnung, wie ich hier an etwas Gras kommen kann?», fragte ich, ernsthaft besorgt und auf die wirklich wichtigen Dinge fokussiert.

«Alter, du bist am Genfersee, du bestellst einfach einen Kurier, das ist nicht schwierig.»

Offensichtlich hatte ich wirklich viele Dinge verpasst: Drogenkuriere machten Werbung auf dem Internet und die Polizei kam nicht auf die Idee ebenfalls eine Portion zu bestellen und die Typen dingfest zu machen.

«Wo lebst du denn, Alter, die Bullen müssen ihren Stoff doch auch irgendwoher bekommen, wir leben in einer Gesellschaft in der jeder irgendwas nimmt, das ist doch das Grossartige daran, nicht jeder macht sich Gedanken über Metzger oder deren Töchter.» Offensichtlich hatte mein literarischer Agent immerhin den Titel meines Romans gelesen.

Am Sonntag waren Wolken aufgezogen, der Himmel hing tief über dem See, der österreichische Oberdynamiker hatte mir ein letztes Mal «diese SCHRIFTSTELLER» zum Abschied zugebrüllt und ich zog meinen Rollkoffer dem Bahnhof und letztlich meinem Sofa und der Befreiung der Stadt im mittelamerikanischen Westen entgegen. Auf dem Bahnsteig war das Rauchen noch immer streng verboten, was mich nicht weiter störte, den vielversprechenden Schriftsteller, der hinter mir die Rampe zum Bahnsteig hochgekommen war, nicht davon abhielt mir das Offensichtliche zu erklären: «Ich glaube, hier ist rauchen verboten».

Im Zug bot ich ihm eine kleine Flasche aus der Mini-Bar an, versonnen lehnte der vielversprechende Schriftsteller seinen Kopf ans Fenster, für seine Verhältnisse wirkte er sehr schweigsam, seltsam, dass er nicht übers Schreiben oder über neue Projekte vor sich hinlabberte.

«Ein neues Buch, häh?», sagte ich und trank ein kleines Fläschchen Whiskey.

Plötzlich schreckte er auf, er hatte draussen offensichtlich jemanden erspäht. Als der Zug anfuhr, sagte er: «Ich habe mit ihr geschlafen, aber am nächsten Tag wollte sie nichts mehr von mir wissen.»

Scheinbar hatte Adrian recht: Scham, Reue und etwas Sex gehörten zu jedem Kongress auswärts dazu.

«Sie heisst Irene», sagte der vielversprechende Schriftsteller mit melancholischem Gesichtsausdruck, wäre ich nicht so abgefuckt gewesen und hätte ich nicht gerade Mühe gehabt, ein zweites Fläschchen aufzuschrauben, hätte ich es so beschrieben: «Ferne spiegelte sich in seinem Blick, einen Augenblick lang sah er etwas, was nur er sehen konnte.»

«Weisst du, was lustig ist, sie hat eine Tochter, die auch Irene heisst …» Die Überraschung liess mich den Whiskey gleich wieder ausspucken, so dass es am vielversprechenden Schriftsteller war, mich überrascht anzusehen.

«Irene ist doch die, die …»

«Ja, sie ist die, die über ihre Grossmutter schreiben wollte.»

«Ihre Tochter war auch da?»

«Ja, sie ist die, die dich nach den <fliessenden Geschlechterrollen> gefragt und wissen wollte, ob du diese zementieren willst. Schon aussergewöhnlich, dass Mutter und Tochter beide gleich heissen. So etwas wäre mir bei einem Roman nie eingefallen, solche Zufälle erscheinen einfach nicht realistisch.»

Darum war und blieb der Mann vielversprechend: Während inzwischen offensichtlich nicht einmal mehr Videos als <realistisch> galten und man sogar über gefilmtes Material streiten konnte, was jemand gesagt oder eben nicht gesagt hatte, machte er sich Sorgen darüber, was in einem Roman als authentisch rüberkam. Der Zug tuckerte friedlich dem Seeufer entlang. Und während ich ihn immer noch nicht besser mochte, ging mir langsam auf, dass wir beide in den Bergen irgendwie flachgelegt worden waren.

Foto: Unsplash/Oleg Demakov

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Andy Strässle

Autor: Andy Strässle

Andy Strässle umarmt Bäume, mag Corinne Mauch und verleugnet seine Wurzeln: Kein Wunder, wenn man aus Blätzbums stammt. Würde gerne saufen können wie Hemingway, hat aber immerhin ein paar Essays über den Mann zu stande gebracht. Sein musikalischer Geschmack ist unaussprechlich, von Kunst versteht er auch nichts und letztlich gelingt es ihm immer seltener sich in die intellektuelle Pose zu werfen. Der innere Bankrott erscheint ihm als die feste Währung auf der das gegenwärtige Denken aufgebaut ist und darum erschreckt es ihn nicht als Journalist sein Geld zu verdienen.

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