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Vale Tudo – Paar a d Schnurre

Vale Tudo ist ne Kampfsportart, die sich darin labt, dem Gegner in Schnäbidrücker-Unterhosen in von Fremden bestimmtem Käfig die Fresse zu polieren. Genau so klingt die nächste Brutanalspülung der grössten Schweizer Hardcore-Band aller Zeiten – sorry, nach Coroner natürlich. Was fast vergessen ginge. Wäre ich nicht Freund und Fanatiker dieser grossartigen Vorreiter der gepflegten akustischen Scheisse-Aus-Dem-Leib-Prügler. Und Vale Tudo bringen mich beinahe dazu, mich mit Tommy Vetterli im Ring zu schlammcatchen. 

„Switzerland is a fuckin nutshell“ hat mir mal ein mittlerweile sehr erfolgreicher Techno-Act damals gesagt, als ich ihn davon überzeugen wollte, doch mit mir den Weg nach Bern, Zürich oder Lausanne zu gehen. Stattdessen ging er zum weltweit besten Mentor, den es geben kann. Und recht hatte er: die Schweiz ist nicht mal ne Nussschale – Helvetien ist ein Banker-Hotspot mit Expat-RonOrp-Proleten, die sich ihre Kreis-5-Zimmer-Wohnung, die sie nie nutzen, von Weltzerstörungskonzernen bis zu 10’000 Stutz monatlich kosten lassen.

Zürich ist abgestiegen – und hat den Cup geholt. Die Jungs, denen man noch den „Wäisch mir sind s’ richtige Züri“-Schal um den Hals hängen wollte, bleiben der legendären Cupfinal-/Abstiegsparty fern. Weil sie beleidigt sind. Und jetzt in Winterthur keine Prügel-Gegner mehr haben – denn da hört man einfach Gloria Volt. Und hat spröde lange Haare. Das findet man geil. Wir finden es sogar sexy. Und FCZ-Fans sind denen sowas von scheissegal. Winterthur-Fans wollen Dani Beck’s täglichen Foodporn-Post, unglaublichi Szene, Bier und  Rock’n’Roll. Hauptsache laut – und fickt Euch. Kreuzweise.

Genau in dieser Zeit der Schmach setzt das mit Abstand beste akustische Stück Wut, das zusammen mit Colaflluid je in dieser Nutshell Schweiz produziert wurde, König Fussball ne Links-Rechts-Kombination an die Krone, dass der drollige King vor lauter Pussykeit kapituliert. Vale Tudo sind der Tritt in den Arsch, den ihr Duce Bazillo Pancetta jetzt bräuchte, um zur blutigen Vernunft gezwungen zu werden. Vale Tudo sind so mega viel mehr Kreis 4 – das wäre dieser Vollhorst nicht, wenn er mit Aleister Crowley 20 Jahre lang Bong rauchen, sich die brennende Pfeife in den After stecken und täglich 14 Liter Crystal Meth in die Haare schmieren würde.

Wir können alle froh sein, Zeitzeugen dieses ausserirdisch lauten, massiven, metallischen Fegefeuers zu sein, in das wir samt neongelben Souvenir-Shop-Schnäbidrücker-Badhosen und druckfeuchten Züri-Olé-Schals reingumpen, ohne vorher zu überlegen. Heiss wie angegrillte Gammelringelscheisse. Crema Zwinglian. Mit Kopfschuss.

Bewertung: Tausend pastellfarbene Calida-Badhosen, linggs und rechts einen motivierten Tyson-Haken – ohne „In The Air Tonight“, dafür mit „Stone Cold Heart“. Und tausend Arschwix-Figg-Futz-Gigu-Fuck-Yous – sowas von a d Schnurre.

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Sascha Plecic

Autor: Sascha Plecic

Wem sein Leben lieb ist, darf auf keinen Fall:

- Nicht wissen, wer Coco ist, und im Bodycount-Backstage vor Ice-T’s versammelter grimmiger South-Central-L.A.-Truppe mit ihr flirten
- Robb Flynn (Machine Head) sagen, dass Metallica die Village People der Bay Area sind - und bei ungläubigem Nachfragen seinerseits etwas beleidigt und viel lauter werdend darauf bestehen
- Iggy Pop sagen, dass er nur David Bowies Spielball war bzw. dieser ihn schamlos beklaut hat
- Im Grosi-Rägemänteli, mit einer orangen Schlumpfmütze und Spülhandschuhen bei der Bloodhound Gang zum Interview erscheinen -> Resultat: Er wurde u.a. von Evil Jared angepisst. Literally.

IRON PLECIC did it all - und hat’s überlebt.

Klar, auch damals hat man bei Spielen sein Adrenalin rausgelassen

DIE BESTEN 3 IN BERN + 1